Ausgabe
12
2011


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Ein echter Hingucker

Josef Faber ist nicht nurÖsterreichs größter Zweiradimporteur: Mit der Piaggio Ape bietet er auch ein unverwechselbares Dreirad an, das sich perfekt für kreative Geschäftsideen eignet.

Im vergangenen Sommer war es unübersehbar: Die Vespa ist wieder voll in Mode. Doch die "Wespe", wie der seit 1946 vom Piaggio-Konzern gefertigte Motorroller übersetzt heißt, hat auch eine um ein Jahr jüngere Schwester: Die dreirädrige Ape ("Biene") ist aus dem italienischen Straßenbild nicht wegzudenken. Jetzt setzt das kleine Nutzfahrzeug mit dem großen Schmunzelfaktor auch in Österreich zum Siegeszug an.

Außergewöhnliche Zielgruppe

"Unsere Konkurrenten sind natürlich nicht die Transporterbaureihen der diversen Automarken", sagt Faber. Statt dessen nimmt er ein ganz neues Segment ins Visier: Jenes der (Jung-) Unternehmer, die mit den auffälligen Fahrzeugen entweder ihre Produkte bewerben wollen oder überhaupt aus dem Dreirad heraus Geschäfte machen.

Schon in den Basisausführungen garantiert die Ape für neugierige Blicke: Die Ape 50 gibt es als Pritsche oder Kastenwagen in fünf Farben (ab 4.788 €brutto), Ape Cross Country heißt die rote oder schwarze Version in Pick-Up-Optik (ab 5.040 €). Beide Einsteigermodelle werden mit Lenkstange und Mopedführerschein gesteuert. Die wahlweise mit Benzin-oder Dieselmotor erhältliche Ape TM (ab 6.564 €)weist dagegen ein Lenkrad auf und bietet Nutzlasten von 715 bis 805 Kilogramm, erfordert dafür aber schon den B-Führerschein. An nostalgische Zielgruppen richten sich unterdessen die Modelle Ape Classic (6.480 €) und Ape Calessino (10.302 €)- letzteres mit 4 Sitzen und einem Stoffverdeck -bei dem man fast damit rechnet, dass ihm jederzeit Gina Lollobrigida oder Sofia Loren stilvoll entsteigen.

Umbauten nach Maß

So viel Individualität ist einigen Kunden aber noch nicht genug. "Von zehn Fahrzeugen werden drei nach Kundenvorgaben individuell adaptiert", berichtet Faber. Kompetente Partner aus dem Fahrzeugbau sorgen dafür, dass alle Zulassungsrichtlinien erfüllt werden und der Auftraggeber nur die eigene Kreativität mitbringen muss. Der sind keine Grenzen gesetzt: Beispielsweise ließ der Getränkehersteller Bierol zwei überdimensionale Getränkeflaschen auf die dreirädrige Karosserie montieren. Ein anderes Unternehmen setzte kurzerhand eine hochwertige italienische Kaffeemaschine samt Zubehör auf die Ladefläche undsorgt seither für mobilen Genuss. Die Idee ist im doppelten Sinn brühheiß: Das "Kaffeehaus" ist immer dort, wo die Kundenfrequenz am höchsten ist, und fungiert gleichzeitig als sein eigener rollender Werbeträger. In Deutschland wissen das mittlerweile sogar Kreditinstitute zu schätzen: DurchBerlin rollt ein dreirädriger Bankomat mit dem klingenden Namen "Zaster Laster".

Wachsende Verkäufe

Überhaupt ist Deutschland in Sachen dreirädriger Geschäftsidee der Alpenrepublik ein paar Kilometer voraus: Dort wurden schon über 150 Apes umgebaut, hierzulande sind es erst einige Dutzend. Doch Österreich holt auf: Faber freut sich über einige große Aufträge, heuer wurden mit rund 120 Stück etwa doppelt so viele Exemplare des praktischen Sympathieträgers verkauft wie 2010. Rund 35 Händler stehen den Kunden zur Verfügung: Also warum warten, wenn Sie Ihre Geschäftsidee im wahrsten Sinn des Wortes auf die Straße bringen wollen?











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