Ausgabe
05
2013


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Gerüstet für alle Fälle

Die knallig-orange Lackierung ist ihr Markenzeichen, auf Wiens Straßen sind die Fahrzeuge der Magistratsabteilung 48 omnipräsent. Die "48er" verfügt mit Abstand über die größte Flotte aller Abteilungen.

Diese Zahlen sprechen für sich: Derzeit beschäftigt die MA 48 3.559 Mitarbeiter, davon 853 Müllaufleger, 529 Lenker und 1.177 Straßenkehrer. Entsprechend groß ist auch die Flotte der Abteilung: Über 1.100 Fahrzeuge zählt sie derzeit. Mit 430 Stück stellen die Müllsammelfahrzeuge den größten Teil des Fuhrparks."Wir haben im Bereich der schweren Lkws ausschließlich Modelle des Herstellers MAN im Einsatz", sagt Dipl. Ing. Jochen Jandak, Leiter des Technikcenters der MA 48.

Tägliche Abfallentsorgung auf 2.800 Kilometer Straßennetz

Mit den zweiachsigen oder dreiachsigen Lkws wird der Großteil des von den Wienerinnen und Wienern produzierten Abfalls abtransportiert. Wobei die Art der Entsorgung mit 2 unterschiedlichen Modellen verfrachtet wird. Die "Vario-Press", bei dem der Müll durch eine im Fahrzeug befindlichen Druckplatte verdichtet wird und die "Roto-Press", bei der der Müll durch einen korkenzieherartigen Häcksler in den Laderaum gelangt. Die Fahrzeuge kommen je nach Beschaffenheit der Abfallstoffe zum Einsatz. "Das Vario-Press-System eignet sich hervorragend für die Sammlung von Altpapier. Rest-oder Biomüll wird mit den Roto-Press-Fahrzeugen entsorgt", so Jandak.Der 48er-Fuhrpark ist mit 2 Hauptgaragen im 17. und 20. Wiener Gemeindebezirk sowie 6 Dependancen im 5., 11., 19., 20., 22. und 23. Bezirk über ganz Wien verteilt.

120.000 Lkw-Ausfahrten

In einem Jahr erledigt der Betrieb 120.000 Lkw-Ausfahrten -was einer Wagenkolonne von Wien bis Hamburg entspricht. Gigantisch ist auch die jährliche Kilometerleistung: 9 Millionen Kilometer werden jährlich zurückgelegt, innerhalb von nur 14 Tagen bewältigt die Flotte die Entfernung von der Erde bis zum Mond. Tag für Tag sind bis zu 265 Müllfahrzeuge im 2.800 Kilometer umfassenden Wiener Straßennetz unterwegs. In der Fahrzeugleitstelle werden täglich circa 520 Lenkerinnen und Lenker und deren Fahrzeuge koordiniert. Sie alle bewegen neben zahlreichen Pkws und Lkws auch Exoten wie einen 600 PS starken Kompostumsetzer, der in der Lobau zum Einsatz kommt, ebenso wie Traktoren, Kehr-und Waschmaschinen. Ein 500 PS starker, dreiachsiger und 60 Tonnen schwerer Knicklenker und Bagger der Marken Caterpillar, Volvo und Liebherr, bewältigen auf der Deponie am Wiener Rautenweg unter anderem Planierarbeiten. Im Winterdienst, für den die MA 48 ebenfalls verantwortlich zeichnet, kommen bis zu 100 Fahrzeuge von Privaten hinzu. Von der MA 48-"Abschleppgruppe" werden weitere Einsätze koordiniert, die zum größten Teil von Privatunternehmen durchgeführt werden. "Wir verfügen nur mehr über einen einzigen Abschlepp-Lkw," so Jandak. Die MA 48 organisiert zusätzlich das technische Fuhrparkmanagement sowie den Ankauf und die Wartung der Fahrzeuge der Stadt Wien. Die Flotte aller anderen Abteilungen (ausgenommen der Feuerwehr) umfasst weitere 2.750 Fahrzeuge.

Brenzlige Situation beim Einsatz

Beim täglichen Einsatz auf Wiens Straßen geraten Mitarbeiter fast zwangsläufig in kuriose, aber auch brenzlige Situationen. Erst kürzlich leisteten 2 Müllaufleger, die im Zuge ihres Dienstes gerade am Ort des Geschehens waren, nach einem Banküberfall in Wien-Meidling Erste Hilfe. Ein Bankräuber hatte einen Sicherheitsmann und eine Bankangestellte während eines Schusswechsels schwer verletzt. Lenker Martin Just legte einen Druckverband auf die Schusswunden des schwer verletzten Mannes. "Wir sind natürlich auch immer wieder mit Menschen konfrontiert, die irrtümlich Gegenstände wie ihre Schlüssel, Dokumente oder wichtige Unterlagen entsorgt haben", sagt Jandak. In diesem Fall wird versucht, zu helfen. Allerdings wird der Betroffene gebeten, sich bei der Suche des entsorgten Gegenstands zu beteiligen.

Auf der Suche nach dem entsorgten Liebesbrief

Besonders in Erinnerung ist bei den Mitarbeitern eine Dame geblieben, die einen Liebesbrief erst wegwarf und diesen dann unbedingt wieder haben wollte. MA 48-Mitarbeiter in der Müllverbrennungsanlage Rautenweg halfen, 10 Tonnen Müll wurden auf das Förderband ausgebreitet, gemeinsam ging es dann auf die Suche des heißbegehrten Schreibens. "Viele, die Gegenstände irrtümlich weggeworfen haben, nehmen von der Suche Abstand, wenn wir ihnen sagen, dass wir ihre Hilfe benötigen, denn das ist schon ein gehöriger Aufwand." Zuweilen nutzen Menschen Müllbehälter auch als Zwischenlager. "Ein Handwerker hat einmal Gegensprechanlagen in einem Wohnhaus zwischengelagert, er fiel aus allen Wolken, als er bemerkte, dass der Container geleert wurde. Besonderen Wert legt die Stadt Wien auch auf den Einsatz umweltfreundlicher Technologien. Bei der "48er" stehen derzeit 34 Pkws und 34 Klein-Lkws mit Erdgasantrieb im Einsatz. 4 Elektro-Pkws der Marke Citroën (3 Citroën C-Zero und 1 Citroën Berlingo) werden derzeit getestet. "Damit können wir die Fahrzeuge auf ihre Alltagstauglichkeit testen", so Jandak. "Ziel ist die weitere Ökologisierung und Anschaffung neuer Fahrzeuge, die die Abgasnormen deutlich unterschreiten."











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