Ausgabe
04
2013


Aufsteigen

Dauerbrenner in 7. Generation

Der Golf ist und bleibt das Erfolgsmodell der automobilen Neuzeit, auch bei Firmenkunden steht der Volkswagen hoch im Kurs. FLOTTE & Wirtschaft hat die 7. Generation einem Test unterzogen und die Fakten mit den Mitbewerbern verglichen.

Seit Jahrzehnten führt der VW Golf die rot-weiß-rote Zulassungsstatistik an, bisher gelang es keinem der immer zahlreicher werdenden Mitbewerber, den Wolfsburger vom Thron zu stoßen. Mittlerweile in 7. Generation versucht auch der neue Golf diese Tradition fortzusetzen und sich einen Fixplatz in den Herzen der Fuhrparkbetreiber und Firmenautofahrer zu sichern.

Rein optisch gibt es nur wenige Fahrzeuge, die wenigerüberraschen, als der jeweils neueste Golf. Was von Neidern als Langeweile abgetan wird, ist aber Wolfsburger Kalkül. Zum einen war und ist der Golf zeit-und klassenlos, vom Arbeiter bis zur Generaldirektorsgattin fühlt sich jeder wohl. Und zum anderen unterstützt man durch die lediglich behutsamen Änderungen die Wertbeständigkeit der Vorgängermodelle.

Die Verfolger kommen näher

In den letzten Jahren haben vor allem die Koreaner kräftig Gas gegeben, um sich dem Golf an die Stoßstange zu heften. Einst belächelt, haben sich Hyundai und Kia mittlerweile einen Stammplatz im Segment erobert, i30 und cee"d können mit kompletter Ausstattung und deutlich längeren Garantieleistungen auch bei Flottenkunden stark punkten. Mit von der Partie natürlich auch die Dauerrivalen Opel und Ford, die sich mit Astra und Focus zwar nicht verstecken müssen, preislich aber in Bedrängnis geraten.

Zurück zum Golf. Man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass der 105 PS starke Turbodiesel das bei Firmen mit Abstand beliebteste Aggregat sein wird. Während unseres Tests hat sich der 1,6 TDI als Idealmotorisierung gezeigt. Mit einer Beschleunigung von 10,5 Sekunden auf 100 km/h kann der Wolfsburger bei Bedarf mehr als nur im Verkehr mitschwimmen, die Höchstgeschwindigkeit von 192 km/h ist selbst für regelmäßige Abstecher nach Deutschland absolut ausreichend.

Der werksseitig angegebene Verbrauch von 3,8 Litern ist in der Praxis aber nicht zu halten. Bei sehr zurückhaltender Fahrweise schafft man hohe Vierer-Werte, während unseres Tests kamen wir auf einen Durchschnittsverbrauch von 5,4 Liter. Das ist durchaus ordentlich, aber nicht rekordverdächtig.

Top-Verarbeitungsqualität

Rekordverdächtig ist da schon eher die Solidität des meistverkauften Volkswagens. Die Spaltmaße sind auf Oberklasseniveau und verleihen dem Golf jene Wertigkeit, die die Kunden so schätzen. Im Interieur haben die Designer jene Linie fortgeführt, die bereits beim Exterieur seit Jahren funktioniert. Der Golf ist sofort als solcher zu erkennen, dennoch wurde das Cockpit aufgewertet, um sich vom Vorgänger zu unterscheiden. Deutlich wird dies beim Lenkrad mit Pianolack-Einlagen sowie im Bereich des Multimedia-Touchscreens.

Verbesserungspotenzial im Detail

Dieser reagiert bereits bei Annäherung des Fingers und bietet Gimmicks wie die Logos der Radiostationen. Zudem hat man versucht, die von Smartphones bekannte "Wischfunktion" einzubauen. Wirklich geglückt ist das aber nicht, denn von der Smoothness, die man von iPhone und Co kennt, ist das Display weit entfernt, auch die Auflösung des Bildschirms ist nicht ganz up to date. Und weil wir schon beim Kritisieren sind: Dass Multifunktionstasten für Radio und Telefon sogar in der 2. Ausstattungsstufe Aufpreis kosten, ist schon etwas frech.

Ergonomie-Kaiser

Klassenprimus ist der Golf aber ohne Frage in Sachen Ergonomie. Die Bedienung gibt keinerlei Rätsel auf, jeder Schalter ist dort platziert, wo man ihn vermuten würde. Das Cockpit ist erfreulicherweise auch nicht mit kleinen Knöpfchen wie bei anderen Herstellern überfrachtet, der Fahrer kann sich aufs Wesentliche, also auf das Fahren konzentrieren. Und hier zeigt der VW Golf erneut seineKlasse(nlosigkeit).

 

Die angesprochene Solidität ist bereits auf den ersten Metern spürbar, das Geräuschniveau würde selbst manch größerem Auto gut zu Gesicht stehen, in der Kompaktklasse setzt es Maßstäbe und trägt so zum Wohlfühlklima an Bord bei. Das Fahrwerk ist ausgewogen und dem Komfort verpflichtet, ohne dabei gänzlich auf sportliche Ambitionen zu verzichten. Der Golf erzieht zur Gelassenheit, entspanntes Gleiten von A nach B entspricht in der von uns getesteten Konfiguration deutlich mehr dem Naturell des Autos als die Kurvenhatz auf der Landstraße.

Kein Sonderangebot

Weniger Gelassenheit könnte beim Studium der Preisliste auftreten. Günstigster Golf ist der 1.2 TSI Trendline mit 3 Türen und 85 PS für 18.290 Euro, unser 1.6 TDI Comfortline bringt es auf einen Basispreis von 24.610 Euro. Elektrische Fensterheber und eine Klimaanlage sind dann zwar bereits serienmäßig, für Klimaautomatik, ParkPilot, beheizte Vordersitze, Lederlenkrad, Regensensor, Freisprecheinrichtung, Nebelscheinwerfer und weitere Features unseres Testwagens muss man aber noch einmal extra in die Tasche greifen. Unterm Strich lag der Preis des Fahrzeuges bei knapp 27.000 Euro und damit ausstattungsbereinigt mehr oder weniger deutlich über dem Mitbewerb.

Pluspunkte beim Thema Wertverlust

Punkten kann der Golf dann durch den niedrigeren Wertverlust, der vor allem bei längerer Behaltedauer deutlich spürbar wird. Im jüngst vom ÖAMTC vergebenen Marcus-Preis (siehe Seite 17) musste sich der Golf in Sachen Wirtschaftlichkeit über 5 Jahre inklusive der Berücksichtigung von Parametern wie Versicherung, Wartung, Reifen und Reparaturen allerdings dem Hyundai i30 geschlagen geben. Lediglich der Preis für das beliebteste Fahrzeug seiner Klasse ging an den VW Golf.

Die Rivalen des Golf

Im Zuge unseres Flottenchecks haben wir den neuen VW Golf 3 seiner Rivalen gegenübergestellt. Opel Astra und Ford Focus sowie die jeweiligen Vorgänger sind jahrzehntelange Wegbegleiter in der Kompaktklasse, Hyundai ist mit dem i30 drauf und dran, den deutschen Herstellern Kunden abspenstig zu machen. Der vor allem in Relation zur Ausstattung günstige Preis und eine 5-jährige Garantie lassen Firmen-und Flottenkunden aufhorchen.

Gemeinsam mit den Spezialisten von Eurotax haben wir einen Blick auf die Restwertprognosen geworfen, audacon hat die jeweiligen Betriebskosten beigesteuert und DAT einen Blick auf die Wertentwicklung der Vorgängermodelle geworfen.

 

Hier finden Sie den Link zum Artikel mit allen Wertentwicklungsdaten!

 

Die FLOTTEN-Check-Bilanz

Bis zur Kaufentscheidung gilt es natürlich, noch mehr Faktoren als Kosten und Wertverlust zu berücksichtigen, wenngleich diese natürlich durchaus als Wegweiser dienen können. Was den Verbrauch betrifft, so liegen alle 4 Modelle beim Werksverbrauch nahezu gleichauf.

Der VW Golf punktet mit der höchsten Verarbeitungsqualität seiner Klasse. Beim Anschaffungspreis muss man tiefer in die Tasche greifen, wird dafür mit höherem Restwert entschädigt.

Der Hyundai i30 ist für Firmenkunden besonders interessant, da er mit 5-jähriger Garantie ohne Kilometerbeschränkung aufwartet. Die Serienausstattung liegt über der des Mitbewerbs.

Der Opel Astra punktet optisch mit seinem sportlichen Auftritt, hat aber auch darüber hinaus einiges zu bieten. Für Vielfahrer empfehlenswert sind die mit Gütesiegel bedachten Sitze.

Der Ford Focus gilt seit Jahren aufgrund seines Fahrwerks als das agilste Auto seiner Klasse. Beim Normverbrauch gibt der 1,6 TDCi den Ton an, auch die neuen Eco-Boost-Benzinmotorenüberzeugen.











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