Ausgabe
04
2013


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Elektroauto ohne Ladehemmung

Gute Reichweite,überschaubarer Mehrpreis und das weltweit erste Universal-Ladesystem: Der neue Renault Zoé beweist, dass Elektromobilität schon heute alltagstauglich sein kann.

Das Elektroauto ist eine gute Idee, die bisher nur unzureichend umgesetzt wurde. Schließlich sind elektrische Fahrzeuge teuer, haben eine Reichweite von wenigen Dutzend Kilometern und verlangen ihren Fahrern allerlei Kompromisse in Sachen Komfort und Zuladung ab. Oder?

Wer dieser Meinung ist, sollte eine Probefahrt im Renault Zoé unternehmen: Das neueste Elektroauto der französischen Marke beeindruckt nach wenigen Kilometern selbst deklarierte Skeptiker. Das freut den Konzern, der mit dem Kompaktwagen ambitionierte Absatzziele verfolgt.

Als Elektroauto entwickelt

Mit dem zweisitzigen Twizy, dem Kleintransporter Kangoo Z.E. und dem Stufenheckmodell Fluence Z.E. (das Kürzel steht jeweils für "Zero Emission") hat Renault bereits 3 Elektroautos im Programm. Abgesehen vom Spaßmobil Twizy handelt es sich dabei allerdings um Fahrzeuge, die für klassische Verbrennungsmotoren entwickelt und erst nachträglich mit Elektromotoren ausgestattet wurden.

Beim Zoé stand dagegen von Anfang an der batterieelektrische Antrieb im Mittelpunkt. Das macht sich in vielerlei Hinsicht positiv bemerkbar: Beispielsweise wurde der 88 PS starke Motor mit 225 Newtonmetern Drehmoment perfekt auf die kompakte Karosserie abgestimmt. Der Lithium-Ionen-Akku im Unterboden sorgt für eine günstige Schwerpunktlage und verkleinert den 338 Liter (bei umgelegter Rückbank 1.225 Liter) fassenden Kofferraum um keinen Millimeter. Im Innenraum finden 5 Personen den klassenüblichen Platz. Eine Langstreckenfahrt mit voller Besetzung gehört ohnehin nicht zum üblichen Einsatzprofil in diesem Fahrzeugsegment.

Klassenbeste Reichweite

Stichwort Langstrecke: Natürlich kann es der Zoé nicht mit der Reichweite eines klassisch angetriebenen Pkw aufnehmen. Als erstes reines Elektroauto überschreitet er jedoch die Grenze von 200 Kilometern, teilt der Hersteller stolz mit. Gemäß EU-Normzyklus sind 210 Kilometer möglich, "selbst bei widrigsten Bedingungen"bleiben noch 100 bis 150 Kilometer.

Erreicht wurden diese Werte durch eine Reihe von Detailoptimierungen: So wird die volle Leistung nur im Bedarfsfall abgerufen, ansonsten arbeitet der Motor mit einer Dauerleistung von 59 PS. Michelin hat eigens energiesparende Leichtlaufreifen entwickelt, die Fahrzeugklimatisierung erfolgt vorwiegendüber eine Wärmepumpe und beim Gaswegnehmen und Bremsen wird möglichst viel Energie in die Batterie zurückgeleitet.

Das sorgte bei unserer Testfahrt für den durchaus angenehmen Effekt, das nach einigen Kilometern auf einer bergab führenden Straße mehr Reichweite zur Verfügung stand also zuvor!

Universelle Aufladung

Wenn es doch ans Aufladen geht, spielt der Zoé einen weiteren Trumpf aus: Als weltweit erstes Elektroauto verfügt er über ein universelles Ladesystem. Das von der Renault-Marketingabteilung "Chameleon" genannte Konzept ist gleichermaßen für Ladungen an einer "Wallbox"(6 bis 9 Stunden bis zur Vollladung), an den beiden gängigen Typen vonDreiphasen-Drehstromstationen (Gesamtladung in 2 bis 3 Stunden bzw. 80 Prozent Ladung in einer Stunde) sowie an Schnellladestationen (80 Prozent Ladung in 30 Minuten) geeignet.

Niedrige Unterhaltskosten

Wie viel kostet das Elektro-Talent? Die Einstiegspreise für Endkunden sind mit 20.780 Euro (Ausstattungslinie "Life") bzw. 22.580 Euro ("Zen" und "Intens") sehr moderat kalkuliert, zumal es sich um beinahe voll ausgestattete Modelle handelt. Allerdings muss man die Batteriemiete von mindestens 79 Euro pro Monat hinzurechnen, die dringend empfohlene "Wallbox" für die eigene Garage schlägt mit zumindest 1.100 Euro zu Buche.

Dennoch rechne sich der Zoé gegenüber einem vergleichbaren Dieselmodell bei einer Jahresfahrtleistung von 12.500 Kilometern innerhalb von 5 Jahren, versichert der Importeur: Schließlich sind die Wartungskosten um 20 bis 30 Prozent niedriger, hinzu kommt der Wegfall der motorbezogenen Versicherungssteuer sowie eine um biszu 10 Prozent niedrigere Versicherungsprämie.

Mutige Restwertprognose

Für gewerbliche Fuhrparks sieht die Situation ohnehin anders aus: Sie erhalten im Rahmen des Programms "klima:aktiv mobil" staatliche Subventionen von bis zu 4.000 Euro pro Fahrzeug. Hinzu kommen gegebenenfalls weitere regionale Förderungen.

Aus Sicht der Fuhrparkbetreiber bleibt damit nur noch eine Frage offen: Wie viel wird ein Zoé in einigen Jahren wert sein? Eine seriöse Antwort ist schwierig. Bei Renault lehnt man sich jedenfalls weit hinaus und geht davon aus, dass die Restwertkurve ähnlich hoch verläuft wie bei aktuellen Dieselmodellen.

Der Verkauf des Zoé startet in Österreich im Juni.











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