Ausgabe
02
2013


Sonderthema

Die mit dem Schnee tanzen

Der Job der Mitarbeiter beim Winterdienst der ASFINAG ist beinhart. Schwierigkeiten mit undisziplinierten Verkehrsteilnehmern zählen zum Alltag, zuweilen kommen diese auch von oben.

Diesen Tag wird Martin Nagl, seit 17 Jahren in der Autobahnmeisterei Alland tätig und auf der berüchtigten A21, der Wiener Außenringautobahn, im Einsatz, nie vergessen. "Ich war mit meinem Räumfahrzeug bei Schlechtwetter auf der A21 unterwegs, als ich plötzlich über mir ein Blinken wahrnahm. Erst nach einigen Sekunden realisierte ich, dass vor mir ein kleines Sportflugzeug versuchte, zur Landung auf der Autobahn anzusetzen." Offensichtlich handelte es sich dabei um ein Harakiri-Manöver eines verzweifelten Piloten, der den Flieger im dichten Schneetreiben zu Boden bringen wollte. Allerdings ohne Erfolg und mit tragischen Folgen: "Später habe ich erfahren, dass das Flugzeug kurz danach bei Hochstraß abgestürzt und der Pilot tödlich verunglückt ist."

Böse Überraschungen

Doch auch vor anderenÜberraschungen ist Nagl nicht gefeit. Erst kürzlich wurde er beim Schneepflügen auf der A21 von einem Lkw überholt, der wenige Minuten später aufgrund der rutschigen Fahrbahn im Straßengraben landete. Im Normalfall lässt sich der erfahrene ASFINAG-Mitarbeiter nicht so leicht aus der Ruhe bringen, es sei denn, wenn scheinbar ganz normale Menschen plötzlich ein Blackout erleiden. "Eine etwa 40-jährige Frau hielt bei einer für den Normalverkehr gesperrten Betriebsumkehr, wo ich mein Einsatzfahrzeug gerade abgestellt hatte und fragte mich nach dem Weg Richtung Wien. Ich erklärte ihr, dass sie sich gerade in die Gegenrichtung St. Pölten bewege und bei der nächsten Ausfahrt auf die Fahrbahn Richtung Wien wechseln könne."

Was dann folgte, macht Nagl auch heute noch Angst: "Die Lenkerin drehte einfach um und wurde so vor meinen Augen zur Geisterfahrerin. Als sie realisierte, welchen Fehler sie gerade begangen hatte, stellte sie ihr Fahrzeug in der dritten Spur ab, weil sie es im Schock nicht mehr wagte, weiterzufahren oder zu wenden." In diesem Fall ging die Sache glimpflich aus. "Allerdings müssen unsere Lenker wegen einiger weniger immer mit gefährlichen Situationen leben", sagt Ing. Martin Kottek, Straßenmeister der Autobahnmeisterei Alland. "Auf der A21 herrschen Verhältnisse wie auf einer Gebirgsautobahn, sie hat Steigungen wie am Brenner und wenn es einmal zu schneien beginnt,kann dies sehr heftig sein." 95 Prozent der Lenkerinnen und Lenker, egal ob mit Pkw oder Lkw, würden alle Regeln beachten, allerdings könne bereits ein schwarzes Schaf massive Schwierigkeiten verursachen.

Einfache Grundregeln

Neben riskantem Fahrverhalten sind oft mangelnde Ausrüstung und Nichtbeachtung einfacher Grundregeln Auslöser für gefährliche Situationen oder im schlimmsten Fall auch Unfälle. "Vor allem durch zu hohes Tempo aber auch schlichtweg durch Unwissenheit bringen sich Lenker unnötig in Gefahr", sagt Kottek.

Selbst wenn mit mehreren Fahrzeugen alle Spuren von Schnee und Eis befreit werden, wollen Highway-Desperados die Räumfahrzeuge überholen. "Durch das versetzte Fahren entstehen zwischen den Fahrbahnen Schneebarrieren, die sogenannte Schneemaat. Sich in dieser Situation bei oft schlechter Sicht über aufgehäufte Schneemassen zwischen den tonnenschweren Lkws durchschlingen zu wollen, ist verantwortungslos, wegen akuter Schleudergefahr lebensgefährlich und verboten", sagt der Straßenmeister.

Grundsätzlich rät er allen Verkehrsteilnehmern bei schlechten Wetterverhältnissen das Tempo zu reduzieren und nicht zu überholen. "Unsere Fahrzeuge sind sektorenweise durchschnittlich 10 Kilometer auf einem Abschnitt unterwegs, ehe sie wieder abfahren, es bringt nichts, wegen eines Mini-Zeitgewinns enorme Gefahren in Kauf zu nehmen."

Neue Wunderwaffe lässt das Eis schmelzen

Besonders stolz sind die Mitarbeiter der Autobahnmeisterei Alland auf ihre neue "Wunderwaffe" im steten Kampf gegen die Naturgewalten: "Mit unserem Firestorm, der gerade getestet wird, können wir zentimeterdickes Eis in wenigen Minuten auftauen", sagt Kottek. Und so funktioniert der Firestorm: Die Solemischung wird im Streuaufsatz gemischt. Es entsteht eine chemische Reaktion, das Gemisch ist um die 50 Grad Celsius heiß und wird mit Druck auf die Fahrbahn gesprüht.

"Bei minus 12 Grad Fahrbahntemperatur und festgefahrener Schneefahrbahn hatten wir nach 5 Minuten schwarze Fahrbahn." Zum Vergleich: Bei konventioneller Trockensalzstreuung wäre unter den gleichen Bedingungen erst nach 45 Minuten "schwarze Fahrbahn" - also geräumte Straße - erreicht.

Apropos geräumte Straße: Österreichweit sind bei der ASFINAG 1.400 Mitarbeiter in 43 Autobahnmeistereien mit 500 Fahrzeugen beim Winterdienst im Einsatz und betreuen ein 2.178 Kilometer langes Streckennetz.

So kommen Sie sicher durch den Winter:

* Scheibenwischanlage,Öl, Kühl-und Bremsflüssigkeit prüfen! Ist die Batterie noch leistungsfähig? Sind alle Lichter/Scheinwerfer intakt?

* Zustand der Winterreifen prüfen: passt die Profiltiefe?

* Lkws müssen Schneeketten mitführen, damit sie bei ungünstigem Wetter nicht auf der Strecke bleiben.

* Für Lkws über 3,5 Tonnen höchstzulässigem Gesamtgewicht besteht Winterreifenpflicht auf zumindest einer Antriebsachse.

* Fahrverhalten an die Witterung anpassen.

* Geschwindigkeit den Witterungsbedingungen angleichen!

* Abstand zum Vordermann erhöhen!

* Keine plötzlichen Lenkund Bremsmanöver auf Brücken,bei Tunneleinfahrt und -ausfahrt weder stark bremsen noch stark beschleunigen.

* Die ASFINAG-Räumstaffeln nicht überholen: Die Straße vor dem Schneepflug ist noch nicht geräumt!




www.asfinag.at







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