Ausgabe
02
2012




Warum Zigaretten weniger gefährlich und Handschuhe notwendig sind

Dr. Werner Gruber ist Experimentalphysiker an der Universität Wien. Durch Bücher und Bühnenauftritte ist er als "Physiklehrer der Nation" bekannt.

Liebe Leserin, geehrter Leser, das vorletzte Mal haben wir uns mit dem Elektroauto beschäftigt. Da diese Fahrzeuge gerne Lithium-Batterien verwenden, kann dies bei Regen und natürlich einem Unfall zu einer brandgefährlichen Situation führen. Wenn Lithium aus der Batterie entkommt und Feuchtigkeit in der Nähe ist (es reicht schon die Luftfeuchtigkeit), brennt es sehr heftig ab. "Aber Brände mit Kraftfahrzeugen kommen so gut wie gar nicht vor", mag man glauben. Wir haben in Österreich rund 1.000 Autobrände jedes Jahr. Hoffentlich sind Sie nicht dabei!

Brandheiße Gefahr

Wodurch kommt es zu den Bränden? Einerseits können durchgerostete Tankanlagen beziehungsweise schadhafte Leitungen oder auch Schäden in der elektrischen Anlage zu Bränden führen. Manchmal sind es auch überhitzte Bremsen, vor allem wenn man vergessen hat, die Handbremse zu lösen.

Viele Damen und Herren fürchten sich vor einer Explosion eines Benzintanks. Da kann ich Sie beruhigen, das wird nicht passieren. Im Benzintank befindet sich zwar viel Benzin, aber relativ wenig Luft, damit auch wenig Sauerstoff, und ohne Sauerstoff brennt sich" s schlecht, geschweige denn, dass es zu einer Explosion kommt. Trotzdem Vorsicht: Stichflammen sind möglich! Gefährlich wird es, wenn Benzin austritt und eine Wolke bildet, die bei der richtigen Konzentration explodieren kann. Typischer ist ein Kabelbrand. Besonders unangenehm ist es, wenn die Kabeln zwar gut gewartet wurden, aber böse Marder die Isolationabbeißen. Die Batterie kann dann über längere Zeit eine gewaltige thermische Energie freisetzen, wodurch Kunststoffteile zu brennen beginnen. Der Griff zur Zigarette löst nur schwer einen Brand im Fahrzeug aus, da die Inneneinrichtung aus brandhemmendem Material besteht.

Für den Fall der Fälle

Was ist zu tun, wenn es einmal dazu kommt? Hoffentlich haben Sie einen Pulverlöscher mit mindestens zwei Kilogramm und Schweißerhandschuhe griffbereit. Die Handschuhe mögen zwar übertrieben wirken, aber wenn Sie eine überhitzte Türe, insbesondere die Motorhaube, aufmachen müssen, werden Sie sehr dankbar sein. Wichtig ist es, Ruhe zu bewahren. Am besten denken Sie die einzelnen Schritte mehrfach durch, damit Sie dann im Einsatz auch alles richtig machen:

1) Das Fahrzeug an einem sicheren Bereich zum Stehen bringen -nicht im Tunnel, lieber brennend weiterfahren, nicht in Menschenansammlungen und nicht neben anderen Fahrzeugen.

2) Alle Passagiere sollen sofort das Fahrzeug verlassen, sich unverzüglich und möglichst weit entfernen. Dabei können Sie dann gleich das Pannendreieck aufstellen und die Feuerwehr informieren.

3) Zündung ausschalten und Motorhaube entriegeln.

4) Handschuhe anziehen, Motorhaube nur leicht anheben und mit kurzen, gezielten Pulverstößen den Brand löschen.

Das Pulver setzt viel Kohlenstoffdioxid frei, wenn es erwärmt wird. Dadurch wird dann der Brand auch gelöscht. Aber bitte die Haube nicht ganz anheben. Dadurch gelangt mehr Sauerstoff zum Brand, der dadurch noch mehr angefacht wird.

Wenn der eigene Feuerlöscher verbraucht wurde, schauen Sie, wo es noch einen gibt -Geschäfte und Lokale sind gute Tipps, denn der Brand könnte weitergehen. Sollten Sie den Brand nicht löschen können, verabschieden Sie sich vom Fahrzeug, entfernen und freuen Sie sich, dass hoffentlich niemand zu Schaden gekommen ist.











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