Nov
07
2018


Freizeit

Blau-gelbe Festspiele

Renault hat aktuell gleich zwei besonders heiße Eisen im Feuer. Neben dem Renault Mégane R.S. erlebt auch die legendäre Alpine A110 eine Auferstehung. Sich zwischen beiden Boliden zu entscheiden, fällt schwer.

An Tagen wie diesen wünscht man sich nicht nur Unendlichkeit, sondern vor allem die zum Fahrzeug passende Straße. Schließlich haben wir es hier mit zwei waschechten Sportlern zu tun, die zwar auch auf der Autobahn gefahren werden können, richtig Spaß macht aber erst die Kurvenhatz auf der Landstraße. Doch der Reihe nach, schließlich haben wir das blau-gelbe Duo vor lauter Vorfreude noch gar nicht vorgestellt! Die Alpine A110 ist die Neuauflage der Motorsport-Ikone aus den 1970er-Jahren. Und der Renault Mégane R.S. ist nichts weniger als der derzeit heißeste Sportler, den Renault im Stall stehen hat.



Wiedergeburt einer Legende

Beginnen wir mit der Alpine. Mit Retro-Autos ist das ja immer so eine Sache, schließlich ist das Original im Regelfall unerreichbar und Neuauflagen bringen oftmals einen schalen Möchtegern-Nachgeschmack mit sich. Dass sich die Designer mit großer Liebe zum Detail ans Werk gemacht haben, das sieht man bereits von außen. Viele Stilelemente -angefangen bei den Scheinwerfern bis hin zum Heckanschluss - erinnern an das Ur-Modell, auch der Innenraum der nach nur fünf Tagen ausverkauften Premiere-Edition (1.955 Stück) zaubert dem Fahrer ein Lächeln auf die Lippen. Abgesteppte Sportsitze mit hervorragendem Seitenhalt unterstreichen, dass es die Alpine ernst meint. Ob es wirklich nötig war, dass die Höhenverstellung nur mittels Schraubenschlüssel vonstattengeht, sei dahingestellt, immerhin ist die mittlere Position für Klein-und Großgewachsene absolut in Ordnung. Apropos groß, selbst mit über 190 Zentimetern lässt es sich erstaunlich gut aushalten in diesem blauen Flitzer. Die Verarbeitung ist hervorragend, Klimaautomatik und Navi dürfen heutzutage auch nicht fehlen.



Der Mégane R.S. trägt dicker auf

Bevor wir den fetten roten Startknopf drücken, wechseln wir in den Mégane R.S., der in den Grundzügen dem normalen Mégane entspricht. Seriensitze und -lenkrad sind rausgeflogen und wurden durch entsprechend sportliche Zutaten ersetzt, auch die digitalen Anzeigen -auf diese Technik setzt auch die Alpine -unterscheiden den Sport-vom Serientrimm. Außen macht der von Renault Sport entwickelte Fünftürer auch kein Hehl aus seiner Power, erst recht nicht, wenn man zum satten Sirius-Gelb greift, das ebenso perfekt passt wie das Blau zur Alpine. Im direkten Vergleich wirkt der Mégane R.S. muskulöser als die geradezu zierliche Alpine, vor allem der Heckabschluss mit fettem Diffusor und nicht minder dick auftragender, mittig platzierter Auspuffblende weist auf das Leistungsplus hin. Dafür hat Renault auf einen eher peinlichen großen Heckspoiler verzichtet.

 


Leichtgewicht: nur 1.100 Kilogramm

Zeit, die Motoren zu starten! Beide Sportler quittieren den Vorgang mit akustischer Präsenz, ohne dabei gleich die ganze Nachbarschaft zusammenzutrommeln. Wie eng die technische Verwandtschaft der beiden Franzosen ist, macht ein Blick in die technischen Daten deutlich. Der 1,8-Liter-Vierzylinder treibt beide Autos an, in der Alpine mit 252, im Mégane mit 280 PS. Während man im gelben Geschoss die Wahl zwischen einem 6-Gang-Handschalter und einem 6-Gang- Doppelkupplungsgetriebe hat, gibt"s den blauen Zweisitzer ausschließlich mit einem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, dabei wäre ein Handrührwerk in diesem Boliden auch wirklich fein. Egal, wir legen mit einem Druck auf "D" den ersten Gang ein und während wir die ersten Kurven in Angriff nehmen, gibt der Popometer Signale der Freude ans Gehirn weiter. Überdimensionaler Freude. Grund dafür ist nicht allein die Motorpower, sondern vor allem das für heutige Verhältnisse geradezu unglaublich niedrige Gewicht. Dank eines 96-prozentigen Aluminiumanteils bei Fahrwerk und Aufbau wiegt dieser blaue Quell des Fahrspaßes gerade einmal 1.100 Kilogramm! Und diese Abspeckkur macht sich in jeder Kurve positiv bemerkbar. Übermotivierte Gasfüße werden mit einem leichten Heckschlenker quittiert, das ESP sollte bei Otto-Normalverbraucher also besser eingeschaltet bleiben. Noch mehr Fahrspaß und Sound gibt"s beim Aktivieren der Sport-Taste am Lenkrad, der Dauergrinser ist dann einfach nicht mehr aus dem Gesicht zu bekommen. Der obligatorische Sprint auf 100 km/h wird in 4,5 Sekunden abgehakt, bei 250 km/h endet der Vortrieb der Mittelmotor-Flunder. Zeit für einen Wechsel in den Mégane R.S.


Am besten gleich beide Boliden

Statt Mittelmotor und Heckantrieb gibt"s hier klassischen Frontmotor und Vorderrad. Solange es nicht nass ist, bringt der Mégane seine 280 PS auch ordentlich auf die Straße. Mit seiner Schwester mitzuhalten, ist dennoch ein Ding der Unmöglichkeit, die knapp 400 Kilogramm zusätzlich und die im Vergleich nicht so perfekte Gewichtsverteilung zollen Tribut. Der R.S. eine Spaßbremse? Mitnichten! Auch wenn er an die Agilität der Alpine nicht ganz herankommt, eine Spaßmaschine ist der Power-Mégane dennoch. Dazu trägt auch die Vierradlenkung bei, mit der sich der Franzose noch flotter um die Ecken werfen lässt. Begeistert hat uns auch die Lenkpräzision, bei einem Fronttriebler nicht selbstverständlich. Und ineinem Punkt ist er der Alpine klar überlegen, gibt"s doch fünf Sitzplätze und einen Kofferraum mit 384 bis 1.247 Litern statt zwei Ministauräumen unter der Front-und Heckhaube. Und wie schaut"s last but not least mit dem Preis aus? Nun, die Alpine startet bei 58.700 Euro in der Version "Pure", aktuell liegt die Wartezeit allerdings bei rund zwölf Monaten. Der Renault Mégane R.S. wechselt zu einem Top-Preis ab 37.890 Euro den Besitzer. Für zusammen 96.590 Euro gibt"s damit ein Fahrspaß-Paket, mit dem man für alle Eventualitäten gerüstet ist.


(Stefan Schmudermaier)








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