Ausgabe
09
2018




Wie REWE erfolgreich elektromobil wurde

Ein Unternehmen, das sich schon frühzeitig mit E-Autos und Ladeinfrastruktur beschäftigt hat, ist REWE International AG. Evelyn Ozinger, zuständig bei REWE für Elektromobilität und Nachhaltigkeit, verrät im Gespräch, welche Hürden REWE nehmen musste und warum weiter an der Strategie festgehalten wird.

Das Unternehmen REWE, unter dessen Dach Marken wie Billa, Merkur, Adeg und Penny firmieren, begann bereits im Jahr 2009 Ladestationen für Elektroautos seiner Kunden zu errichten. Die ersten Geschäfte, die mit Ladeinfrastruktur ausgerüstet wurden, waren Merkur-Märkte in Kärnten, Wien und Graz sowie Billa- Filialen in Deutsch-Wagram und Perchtoldsdorf. "Das passte gut zu unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Um auch unsere Kundinnenund Kunden zu motivieren, konnte man an unseren Ladesäulen kostenlos Strom tanken und zwar 100 Prozent Grünstrom", erzählt Evelyn Ozinger, zuständig bei REWE für E-Mobilität und Nachhaltigkeit.

Erste eigene E-Autos Ein Jahr später schaffte REWE die ersten eigenen E-Autos an, genauer gesagt drei Think City. Sie waren als Stadtflitzer mit Platz für zwei Passagiere konzipiert und besaßen eine (theoretische) Reichweite von 160 Kilometern. Einen dieser Think City stellte REWE den Kunden von Merkur für Probefahrten zur Verfügung. Das Ziel war schon damals: der Elektromobilität auf die Beine zu helfen. Schon bald war klar, dass die Akzeptanz der Kunden noch sehr zurückhaltend war. Das änderte sich erst im Jahr 2012. Um die Weiterentwicklung zu unterstützen, nahm REWE an EMPORA teil. REWE stellte dabei die Filialparkplätze zur Verfügung. Der Energieversorger Verbund errichtete die Ladestationen. Nach Abschluss des Demonstrationsprojektes übernahm die neugegründete Smatrics, damals eine Tochter von Verbund und Siemens, die Betreuung der Ladestationen. "Seither haben wir zusammen mit Smatrics bei unseren Filialen 142 Ladepunkte an 49 Standorten von Billa, Merkur und Penny errichtet."

Aus vollerÜberzeugung Im Zuge der Professionalisierung des Angebotes zahlen die Kunden jetzt den üblichen Smatrics-Tarif. "Das führt schon gelegentlich zu Unmut. Und natürlich landen die unzufriedenen Kunden alle bei mir", lacht Ozinger. Dann erklärt sie diesen, dass Service halt auch etwas kostet. Gibtes doch eine Hotline, die sieben Tage die Woche rund um die Uhr erreichbar ist. Und dank digitaler Fernwartung sind die Ladestationen zudem stets einsatzbereit. Mittlerweile hat REWE bereits 33 E-Autos im Betrieb, davon 23 Dienstwagen und zehn Pool-Autos, letztere bewegen sich im Wesentlichen auf dem großen Gelände der Zentrale. "Diese Fahrzeuge werden in Bereichen wie der Sicherheit, IT und dem Qualitätsmanagement genutzt. Früher waren das Dieselfahrzeuge. Diese für ein paar 100 Meter Fahrt zu starten, ist sehr umweltschädlich, da diese Autos gerade auf den ersten Metern sehr viel CO2 und Stickoxide ausstoßen. Die Elektrofahrzeuge stellen hier hingegen eine ökologisch hervorragende Lösung dar." Das hat auch den Fuhrparkmanager überzeugt, der den Elektrofahrzeugen zunächst wegen ihrer geringen Reichweite eher kritisch gegenüberstand. "Aber das hat sich um 180 Grad gedreht", weiß Ozinger zu berichten. Wie in der Bevölkerung muss auch bei den Mitarbeitern noch einiges an Überzeugungsarbeit geleistet werden. Noch überwiegt die Skepsis bei vielen Kollegen. Diese begegnen den E-Autos oft anfänglich mit gemischten Gefühlen. REWE setzt deshalb finanzielle Anreize, um dieMitarbeiter zum Umstieg zu animieren. "Wir haben die E-Autos seit einigen Jahren in unserer Dienstwagen-Richtlinie. Und da steht auch drin, dass Mitarbeiter mit Dienstwagen eine monatliche Pauschale für die Abgeltung allfälliger Kosten wie Wallbox oder privates Laden bekommen - und das sogar 14 Mal im Jahr. Das ist dann zusätzlich mit dem vom Gesetzgeber auf null gesetzten Sachbezug ein wirklich starkes Argument für den Umstieg."

Mitarbeiter ins Boot holen

Trotzdem rät Ozinger: "Bevor ein Unternehmen Elektromobilität ausrollt, ist die Ersatzmobilität zu überlegen - etwa für längere Dienstfahrten oder den Urlaub der Mitarbeiter." Wichtig sei außerdem, dass man als Unternehmen "vor der Entscheidung mit dem Mitarbeiter alle Details bespricht", weiß Ozinger. Dazu gehört auch, dass man abklärt, ob der Mitarbeiter überhaupt die Möglichkeit hat, das Fahrzeug zu Hause zu laden. Denn es kann nicht immer garantiert werden, dass er das E-Auto in der Firma "auftanken" kann, etwa wenn alle Ladestationen besetzt sind. Bei der Bestellung der Fahrzeuge gibt es zudem die eine oder andere Klippe zu umschiffen. "Bei manchen Herstellern muss man die CCS-Ladebuchse extra bestellen. Es ist auch sinnvoll, eine zusätzliche Wärmepumpe für die Wagenheizung mitzubestellen, damit die Heizung sich weniger negativ auf die Reichweite auswirkt. Das haben wir auch erstmal lernen müssen." Ökologische wie wirtschaftliche Gründe motivieren REWE, den Weg der Elektromobilität weiterzugehen: "Wir haben schon acht weitere Fahrzeuge bestellt und passen unsere Infrastruktur weiter an. Wir bemerken auch, dass das Interesse steigt und evaluieren gerade den weiteren Bedarf. E-Mobilität bringt allen etwas, wir bleiben jedenfalls dran", ist Ozin-

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