Jun
13
2018


Auto

Der Dynamiker unter den Vans

Der 2er Gran Tourer hat viele Käufer anderer Marken zu BMW gebracht. Anfangs wegen seines Frontantriebs kritisiert, zählt er mittlerweile zu den echten Bestsellern der Marke, vor allem auch bei Firmenkunden. Wir waren mit dem brandneuen Facelift-Modell 218d unterwegs und haben ihn mit einigen Mitbewerbern verglichen.

Was war das doch für ein Aufschrei unter den puristischen BMW-Fans, als der erste Van der BMW-Geschichte angekündigt wurde. Und damit nicht genug, waren 2er Active Tourer und Gran Tourer auch noch mit Frontantrieb und teilweise Motoren mit drei Zylindern ausgestattet, was für ein Skandal! Nun steht das Facelift -das am ehesten an der adaptierten Frontpartie samt größeren Nieren zu identifizieren ist -vor der Tür und die Wogen haben sich geglättet. Mehr noch als das. Die beiden Modelle haben sich zu echten Bestsellern gemausert und das ganz besonders auch bei Firmenkunden. Eigentlich kein Wunder, schließlich sind sie die perfekte Symbiose zwischen den Markenwerten von BMW und den Anforderungen, die viele Firmenautofahrer an ihr Fahrzeug stellen.



Großer Kofferraum, viel Platz für Passagiere

Da wäre zunächst einmal das Platzangebot. Klassische Limousinen und Kombis mögen vielleicht etwas eleganter sein, spätestens bei der Stauraummaximierung ziehen sie aber im Regelfall den Kürzeren. Hier kann vor allem der größere 2er Gran Tourer punkten. Der Kofferraum fasst 645 Liter, klappt man die zweite Sitzreihe um, schluckt der Bayer bis zu 1.905 Liter. Optional gibt"s zudem eine dritte Sitzreihe, die aber eher für Kinder denn Erwachsene gedacht ist. Durch die verschiebbare Rücksitzbank lässt sich die Beinfreiheit in Reihe drei auf ein durchaus erträgliches Maß erweitern, bei fünfsitzigerer Konfiguration kann man so das Kofferraumvolumen mit nur einem Handgriff erweitern. Tadellos sind aber auch Bein-und Kopffreiheit im Fond, sogar hinter großen Fahrern bleibt da mehr als genug Platz.



Ergonomisches Cockpit

Den Fahrer erwartet ein komfortabler Arbeitsplatz, der auch in Sachen Ergonomie alle Stückerl spielt. Wer gerne und oft mit Tempomat fährt, der wird feststellen, dass die Bedienung vereinfacht wurde. Und bei BMW kann man sich auch ruhigen Gewissens für einen adaptiven Tempomaten entscheiden, der den Abstand zum Vordermann automatisch durch Bremsen und Beschleunigen regelt. Denn derist -im Gegensatz zu vielen anderen Marken -per Knopfdruck auch auf einen herkömmlichen Tempomaten umschaltbar, was bei einigen Verkehrssituationen durchaus angenehm sein kann. Empfehlenswert sind die in Neigung und Lehnenbreite verstellbaren Sportsitze, die das Modell "Sport Line" neben größeren Felgen und weiteren Goodies automatisch mit sich bringt.


Perfekte Bedienung mit i-Drive und Sprachsteuerung

Die Armaturen sind im Gegensatz zu anderen BMW-Modellen noch analog, was aber nicht weiter stört, da zum Beispiel Navi-Hinweise darunter dennoch eingeblendet werden. Ein ebenfalls empfehlenswertes Extra ist das Head-up-Display, das neben der Geschwindigkeit auch andere Hinweise im Sichtfeld des Fahrers einblendet. Vorbildlich ist die Bedienung mittels i-Drive-Controller gelöst. Die wichtigsten Menüs sind per Tastendruck direkt ansteuerbar, den Rest schüttelt man förmlich aus dem Handgelenk. Und auch bei der Sprachsteuerung setzt BMW Maßstäbe. So lässt sich etwa das Navi-Ziel in einem Zug diktieren und ohne weiteren Schritt startet sofort die Zielführung, perfekt. Je nachdem,wie viel Budget bei der Konfiguration des Autos zur Verfügung steht, hat man die Wahl zwischen dem "Business-Navi" mit etwas kleinerem Bildschirm und dem "Professional", das neben dem größeren Bildschirm auch die Möglichkeit einer Zeicheneingabe am Controller mit sich bringt.



Sparsamer Turbodiesel Made in Austria

Kommen wir zum Antrieb, seit jeher eine Stärke der Bayerischen Motorenwerke. Wobei das Triebwerk im 218d ein waschechter Österreicher ist und aus Steyr kommt. Der 150 PS starke Vierzylinder-Turbodiesel weiß gleich aus mehrfacher Hinsicht zu gefallen. Zum einen hängt der Motor sehr gut am Gas und bietet dank 350 Newtonmeter Drehmoment auch genügend Punch, zum anderen erfreut er den Fuhrparkleiter mit niedrigem Verbrauch. Wer im Eco-Pro-Modus unterwegs ist -den man unverständlicherweise bei jedem Start erneut aktivieren muss -der nimmt dem Selbstzünder zwar ein klein wenig seiner Spritzigkeit, segelt (das Getriebe wird beim Gaswegnehmen automatisch entkoppelt) aber richtig weit und spart damit Sprit. Wir kamen auf sehr gute 5,3 Liter im Durchschnitt. Wer lieber im Comfort-Modus sorglos und mit dem ein oder anderen Zwischensprint unterwegs ist, der kommt auf 6,4 Liter und immer noch einen tadellosen Wert.


121 Gramm CO2-Ausstoß für niedrigeren Sachbezug

Das Aggregat istübrigens bereits nach der aktuell strengsten Emissionsklasse Euro-6d-TEMP zertifiziert und somit auch in der Praxis ein absoluter Saubermann. Mit einem CO2-Ausstoß von 121 Gramm kommt man in den Genuss des niedrigeren Sachbezugs, das gilt auch bei Anschaffung im kommenden Jahr, wo die Grenze danngenau bei 121 Gramm liegt. Nicht nur für Vielfahrer ist die 8-Gang- Automatik eine uneingeschränkte Empfehlung. Die Gangwechsel sind harmonisch und perfekt, Zugkraftunterbrechung gibt es keine und auch der Verbrauch unterscheidet sich nicht vom Handschalter. Die Abstimmung des Fahrwerks ist sportlich, aber nicht zu hart, in der Sport-Line zählt ein Sportfahrwerk zum Standard. Für einige Varianten des BMW 2er Gran Tourer -darunter auch beim von uns getesteten 218d -steht optional Allradantrieb zur Verfügung.


Smartphone-Vernetzung

Zu den Vorreitern zählt BMW ebenfalls bei der Fahrzeugvernetzung, auch hier geben die Bayern bei der Bedienung den Ton an. Die Verbindung wird auf Knopfdruck hergestellt, auf dem Smartphone kann man dann das Auto nicht nur orten, sondern auch auf-bzw. zusperren, den Tankfüllstand einsehen oder die Standlüftung aktivieren. Schade, dass sich der 2er Gran Tourer bei den Assistenzsystemen einen kleinen Patzer leistet, ausgerechnet der wirklich praktische Totwinkel-Warner ist in der Baureihe auch nach dem Facelift nicht verfügbar. Last but not least ein Blick in die Preisliste. Der BMW 2er Gran Tourer startet bei30.950 Euro für den 216i Benziner, unser 218d Automatik beginnt bei 38.042 Euro. Und damit ist natürlich noch nicht Schluss, zu verlockend sind die Extras, die BMW anbietet. Die Preise der wichtigsten sehen Sie rechts, dort haben wir den 218d



Die FLOTTEN-Check-Bilanz

Mit dem Facelift des BMW 2er Gran Tourers wurden auch die Motoren auf die neueste Abgasnorm EU6d-TEMP gebracht, was sich in einem geringen Mehrverbrauch und etwas höheren CO2-Werten niederschlägt. Die drei Vergleichsfahrzeuge wurde noch nach älteren Normen zertifiziert. Wichtig: Alle Vier bleiben unter dem 2018 gültigen Grenzwert von 124g CO2/Kilometer. Bei den Wartungsund Verschleißkosten liefern sich BMW 218d Gran Tourer und VW Touran 2.0 TDI ein KopfanKopf-Rennen, das sich bei den Restwerten fortsetzt. Im Vergleich zu den beiden Franzosen -die sich bei den Restwerten wacker schlagen -muss man vor allem ausstattungsbereinigt tiefer in die Tasche greifen, Citroen Grand C4 Spacetourer und Renault Grand Scenic bringen mehr Serienausstattung mit. Großer Pluspunkt bei BMW: Der Bayer ist als einziges Fahrzeug im Quartett optional auch mit Allradantrieb zu haben und verfügt über die perfekte Smartphone-Vernetzung mit Fahrzeugortung sowie der Möglichkeit, das Auto aus der Ferne zu Öffnen und zu Schließen. Wichtig ist die Betrachtung der Gesamtkosten, die TCO können selbst vermeintlich teurere Fahrzeuge zu Siegern küren.


(Stefan Schmudermaier)








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