Ausgabe
10
2012




Alternative Kraftstoffe: Quo Vadis?

Prof. Dipl.-Ing. Dr. Bernhard Geringer ist Dekan der Fakultät für Maschinenwesen und Betriebswissenschaften an der TU Wien. Er gilt international als einer der renommiertesten Experten für Fahrzeug-und Motorentechnik.

Nach den wegweisenden politischen Richtungsentscheidungen der letzten Wochen in Brüssel -aber auch in Österreich -kontra Ethanol und Biokraftstoffe der ersten Generation stellt sich die Frage, wie es weiter gehen soll. Versachlichte Diskussionen, aber insbesondere Forschungs-und Investitionsbereitschaft sind die Schlüssel zu einem allgemein akzeptierten Lösungsweg und somit zu einer nachhaltigen Mobilität.

Richtungswechsel in der EU

Nach den langenöffentlichen und weithin emotionalen Diskussionen quer durch die gesellschaftlichen und politischen Institutionen der letzten Monate wurden von der EU wesentliche neue Gesichtspunkte in die leidige Diskussion "Tank versus Teller" eingebracht. Bis dato gilt eine Richtlinie, laut der alle Mitgliedsstaaten verpflichtet sind, bis 2020 mindestens 10 Prozent des Verkehrstreibstoffes aus erneuerbaren Quellen zu gewinnen. Nun soll dieser Anteil auf 5 Prozent des gesamten Energieverbrauchs im Transportsektor gesenkt werden. Verwendet werden sollen künftig nur noch solche Kraftstoffe, die mindestens 30

Prozent weniger CO 2-Belastung verursachen als Benzin. Weil dann auch die Auswirkungen der indirekten Landnutzung berücksichtigt werden, dürfte vor allem der Import von Palmöl künftig wegfallen. Schon jetzt ist der Einsatz von Palmöl und anderen Produkten in Biokraftstoffen verboten, wenn dafür direkt Tropenwälder abgeholzt werden.

Fest steht: Können die Biorohstoffe (real oder nur theoretisch) auch als Nahrung oder Futtermittel verwendet werden so macht sich eine Kluft zwischen Befürwortern und Gegnern auf -egal, ob dies überhaupt sachlich gerechtfertigt ist. Um dieser ethischen Fragestellung komplett auszuweichen setzt sich nun ein vernünftiger Gedanke durch: Nicht Biokraftstoffe, die auf Früchten von Pflanzen als Rohstoffbasis wie Mais, Zuckerrüben, Getreide oder Raps aufsetzen, sondern solche aus biogenen Restoder Abfallstoffen, Mikroorganismen oder überhaupt synthetische Kraftstoffe aus regenerativer Energie und chemischen Basisstoffen stehen im aktuellen Focus der Bestrebungen.

Die Fahrzeugindustrie und die Energieversorger nehmen diesen komplett anderen Weg interessiert auf: Während die bisherige erste Generation an Biokraftstoffen wahrscheinlich bei den derzeitigen 5 Prozent Beimischungsanteil eingefroren wird, setzt man neuen Rohstoffen und Technologien keine Grenzen. Über sie könnten höhere Beimischungen bis hin zu einem langfristig möglicherweise vollständigenErsatz des fossilen Anteils erreicht werden.

Aus biogenem Reststoff, Abfall oder speziell gezüchteter Biomasse aus Algen und anderen Mikroorganismen sowie alternativ über den Umweg der Energiegewinnung aus regenerativen Quellen (Sonne, Wind, Wasserkraft und so weiter) und Verstromung, Wasserstofferzeugung und schließlich Methanisierung kann synthetischer Kraftstoff gewonnen werden. Diesstellt die Umkehrung der Verbrennung im Motor dar, bei der aus Energie und Kohlendioxid plus Wasser wieder eine Kohlenwasserstoffverbindung entsteht.

Der Weg dorthin ist für eine Breitenanwendung sicherlich noch lange. Die weltweiten und intensiven Bemühungen hierzu zeugen aber von der Notwendigkeit und dem Interesse, langfristig die Mobilität wirklich nachhaltig und unabhängig von Nahrungsmitteln zu machen.

Den Weg weiter gehen

Das Fazit: Obwohl die bisherigen Bemühungen der Nutzung von Biokraftstoffen nur einen Teilerfolg gebracht haben, so haben sie auch gezeigt, dass der grundsätzliche Weg richtig ist. Anstatt der Nutzung von Rohstoffen die auch der Ernährung dienen können, müssen wir einen noch intelligenteren gehen, nämlich über synthetische Verfahren und der Umkehrung der Vorgänge im Motor unter Nutzung regenerativer Energie.











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