Ausgabe
01
2018




Wunderbar verwunderlich

Die neue Alfa Romeo Giulia kann Gleiten und Glühen und betört Passanten wie Fahrer mit optischer Finesse. Doch nicht alles ist perfekt an der italienischen Schönheit. Gut so!

Die neue Giulia weckt Begehrlichkeiten. Und macht die Marke Hand in Hand mit dem feschen Stelvio wieder zu einer Art Vollsortimentler. Die breitere Angebotspalette war auch zwingend notwendig, drohte Alfa Romeo aufgrund seiner jahrelangen Fokussierung auf Klein-und Kompaktwagen (Stichwort: Mito&Giulietta) im Automobilzirkus doch in die Bedeutungslosigkeit abzurutschen. Da kamen das SUV und die Limousine gerade zur rechten Zeit, um die Italiener wieder verstärkt in den Fokus von potenziellen Kunden zu rücken. Der ein oder andere Nürburgringrekord einer besonders scharfen "Quadrifoglio"-Version half bei der Wiederbelebung der Marke freilich mit.

Fesch, sportlich und für Dienstwagenfahrer interessant Um bei den Dienstwagenfahrern und in Flotten richtig dick reüssieren zu können, fehlt bisher freilich noch der Kombiableger der Giulia. Doch mehr als Gerüchte dazu gibt es bisher nicht. Italophile und all jene, die etwas Außergewöhnliches als Dienstauto bewegenwollen, müssen sich bis auf Weiteres also mit der Limousine begnügen. Und das ist durchaus vergnüglich, vor allem, wenn man sich für die "Veloce"-Variante in der fantastischen Farbe "Blu Misano" entschieden hat, die bevorzugt vom stärksten Diesel (210 PS) angetrieben wird und ihr Drehmoment von 470 Newtonmetern mittels Allradantrieb auf allen Fahrbahnzuständen auf die Straße bringt. Kurzum: Der Selbstzünder generiert für alle Lebenslagen und Fahrsituationen ausreichend Power, nach dem Kaltstart stört jedoch das hörbare Nageln den grazilen Auftritt der italienischen Schönheit. Sobald der Motor jedoch die Betriebstemperatur erreicht hat, tritt die Dieselakustik deutlich in den Hintergrund und der Vierzylinder knurrt wie ein waches Schoßhündchen. Ebenfalls top: Der Innenraum wirkt materialseitig hochwertig, das Platzangebot ist durchaus geräumig und mit einem Praxisverbrauchvon 6,2 Litern muss er sich auch vor der Konkurrenz nicht verstecken. Weil laut Norm nur 122 Gramm CO2 pro Kilometer emittiert werden, bleibt der Dienstwagenfahrer beim Sachbezug auf der günstigeren Seite. Und für eine fesche sportliche Allrad-Limousine ist das in den heutigen Steuerzeiten schonein ziemliches Highlight.











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