Ausgabe
11
2017




Spontanes Campen

Die Camping-Umbauten bekannter Kleinbusse haben sich in den letzten Jahren erstaunlich gut verkauft, wir haben uns den von Schirner umgebauten Opel Vivaro näher angesehen.

Die Pkw-Varianten der eigentlich als Arbeitstiere erdachten Nutzfahrzeuge erfreuen sich nicht nur im gewerblichen Einsatz als Taxi-oder Hotel-Shuttles, sondern auch bei immer mehr (Groß-)-Familien hoher Beliebtheit. Erst recht, wenn diese multifunktional zu nutzen sind und im Urlaub gleich das Hotelzimmer ersetzen. Da die automobile eierlegende Wollmilchsau nach wie vor nur in Ansätzen existiert, gilt es auch bei dieser Fahrzeuggattung mit Kompromissen zu leben. Wobei der OpelVivaro Camper diese ganz gut löst, wie unser Praxistest gezeigt hat. Denn während anderswo maximal zwei Personen im Fond Platz finden, ist die Rücksitzbank hier für drei Passagiere ausgelegt.

Gekocht wird draußen, abgewaschen drinnen

Und das, ohne auf die "Küchenzeile" zu verzichten. Wie das geht? Nun, die Firma Schirner, zuständig für den Umbau des Vivaro, setzt statt einer integrierten Kochstelle auf einen externen Kocher, der sich auch außerhalb des Fahrzeuges betreiben lässt. Was nicht zuletzt aufgrund der Küchendünste gar keine schlechte Idee ist. Eine Spüle und ein ausziehbarer Kühlschrank haben übrigens dennoch Platz gefunden. Schade, dass sich die verwendeten Materialien für die zahlreichen Kästchen und Laden nicht allzu hochwertig anfühlen. Auch die Verstellung der verschieb-und zum Bett umbaubaren Rücksitzbank ist schwergängig und mühsam, das können andere Umbauer deutlich besser. Abgesehen von der etwas rustikalen Fixierung mittels Zurrgurten ist das manuelle Hochdach mit nur einem Handgriff aufgestellt, eine elektrische Version wäre somit nur unnötiger Ballast.

Kein günstiges Vergnügen

Der Opel Vivaro selbst ist indesüber alle Zweifel erhaben, der 145 PS starke Turbodiesel lässt den langen Radstand und das Gewicht von maximal 2,7 Tonnen vergessen und sorgt für spritzige Fahrleistungen und einen adäquaten Verbrauch von rund acht Litern. Der Umbau schlägt mit 20.162 Euro zusätzlich zum Grundpreis des VivaroTourer L2H1 von 48.180 Euro zu Buche, das Testauto inklusive weiterer Extras kam auf beachtliche 74.025 Euro.











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