Ausgabe
10
2017


Auto

Begegnung auf Augenhöhe

Mit dem neuen Insignia Sports Tourer begegnet Opel der Konkurrenz vom Schlag eines Ford Mondeo, VW Passat oder Skoda Superb wieder auf Augenhöhe. Wir haben uns angesehen, ob der 1,5-Liter-Turbobenziner eine Alternative ist und wie sich das Flaggschiff im Alltag schlägt.

Als der Insignia im Jahr 2008 dem letzten Vectra folgte, wurde der Opel-Konzern - wie andere Hersteller weltweit auch - gerade von einer schweren wirtschaftlichen Krise gebeutelt. Wie wir wissen, hat Opel die Kriseüberstanden und letztlich auch den Insignia als neues Flaggschiff zum Erfolg geführt. Gut neun Jahre - mit einem Facelift im Jahr 2013 - blieb die erste Generation auf dem Markt und erfreute sich vor allem bei Firmenkunden großer Beliebtheit. Kein Wunder, war man doch mit dem VW Passat und dem Ford Mondeo auf Augenhöhe, dem Vorgänger Vectra war das nicht immer beschert. Wir waren jedenfalls vor dem Test sehr gespannt darauf, wie sich die 2. Generation des Insignia Sports Tourer schlagen wird und eins gleich vorweg, wir wurden nicht enttäuscht, im Gegenteil.

Wohlfühlklima im Innenraum

Dass wir unseren Testwagen nach einem langen Bürotag bereits im Dunklen übernommen haben, war genau genommen sogar ein Vorteil. Denn dann, wenn man eigentlich nur noch nach Hause möchte, zeigt sich oft, welche Qualitäten ein Fahrzeug hat. Man regt sich über Kleinigkeiten wie eine umständliche Sitzverstellung oder sonstige ergonomische Schnitzer nämlich viel schneller auf als sonst. Unser Testwagen in Tiefsee-Blau versteckte sich zunächst im Dunkel der Nacht, umso beeindruckender ist der Druck auf die Fernbedienung. Der in Beige gehaltene Innenraum und die Ledersitze werden durch die Innenbeleuchtung so in Szene gesetzt, dass es auch einem Wagen der Luxusklasse zur Ehre gereichen würde. Bevor es nun zu kitschig wird, nehmen wir Platz hinterm Lenkrad.

Zertifizierte Ergonomiesitze

Der erste Eindruck täuscht nicht, das Cockpit ist nicht nur optisch ansprechend gestaltet, sondern auch in ebensolcher Qualität verarbeitet. Und auch die Ergonomie passt, gleich in mehrfacher Hinsicht. Gerade für Vielfahrer ist der Ergonomiesitz mit dem AGR-Gütesiegel (Aktion gesunder Rücken) ein echter Segen undeine unbedingte Empfehlung, in der Lederausstattung unseres Testwagens ist sogar der Premium-Ergo-Sitz bereits integriert. Wer weitere rund 600 Euro investiert, bekommt neben einer elektrischen Sitzeinstellung auch eine Massagefunktion sowie eine Belüftung, ein mehr als fairer Deal. Auch an der Bedienergonomie gibt es nur wenig zu bekritteln. Die Grundfunktionen sind logisch aufgebaut, einzig die Menüstruktur des zentralen Touch-Displays benötigt teilweise eine etwas längere Eingewöhnung.

Viel Platz und Ausstattung

Die Platzverhältnisse an Bord des Insignia sind durchaus großzügig, auch im Fond lässt es sich für größer gewachsene Passagiere gut aushalten. Der Laderaum schluckt zwischen 560 bis 1.665 Liter und reiht sich damit zwischen dem VW Passat Variant (650 bis 1.780 Liter) und dem Ford Mondeo Traveller (500 bis1.605 Liter) ein. Die Innovation-Ausstattung bringt Annehmlichkeiten wie ein schlüsselloses Schließ-und Startsystem, Parkpilot vorn und hinten, LED- Matrix-Licht und das Opel OnStar-System - für Notfälle und als persönlicher Assistent - serienmäßig mit. Im Testauto waren weitere Schmankerl verbaut, als Highlights seien das Head-up-Display, die Lenkradheizung, das erwähnte Sitzpaket oder der Parkassistent samt Totwinkelwarner in den Außenspiegeln erwähnt.

Funktionierendes Downsizing

Unter der Haube dann eineÜberraschung. Dort arbeitet nicht etwa ein Turbodieselmotor, sondern der neue 1,5-Liter-Turbobenziner. Der leistet 165 PS und ist an eine 6-Gang-Automatik gekoppelt, eine durchaus gefällige Kombination. Akustisch zurückhaltend und dennoch sportlich im Antritt waren wir zunächst etwas skeptisch,was die zu erwartenden Verbrauchswerte anbelangt. Schließlich gilt ein Fahrzeug dieses Segments in Verbindung mit einem - noch dazu sehr hubraumschwachen - Turbobenziners nicht gerade als Sparefroh. Doch Opel hat mit dem Triebwerk bewiesen, dass Downsizing durchaus funktionieren kann.

Diesel als Voraussetzung für 1,5-prozentigen Sachbezug

Knapp sieben Liter sind ein tadelloser Wert. Dass der Motor im Firmenfuhrpark dennoch kaum vorzufinden sein wird, hat einen anderen Grund und das ist der CO2-Ausstoß. Hier stehen 141 Gramm im Datenblatt. Um in den Genuss des 1,5-prozentigen Sachbezugs zu kommen, darf 2017 ein Ausstoß von 127 Gramm (124 Gramm in 2018) bei Erstzulassung nicht überschritten werden. Somit landet man zwangsweise wieder beim Dieselmotor, maximal beim 136-PS-Handschalter mit 119 Gramm/km. Schade: Dieser Motor liegt in Verbindung mit einer 6-Gang-Automatik bereits bei 137 Gramm/km und somit ebenfalls zu hoch. Fahrdynamisch ist dem neuen Insignia Sports Tourer indes nichts vorzuwerfen, im Gegenteil. Der Kompromiss zwischen Komfort und Agilität ist gelungen. Die Automatik schaltet schnell und ruckfrei, die Lenkung ist ausreichend direkt, Opel hat beim neuen Flaggschiff seine Hausaufgaben also ohne Zweifel gemacht. Preislich geht"s bei 30.790 Euro für den 1,5-Liter-Benziner mit 140 PS los, der Diesel startet bei 33.920 Euro.

Flottencheck

Wir haben den Opel Insignia mit Dieselmotor einigen seiner schärfsten Konkurrenten gegenübergestellt und einen Blick auf die laufenden Kosten sowie den prognostizierten Wertverlust geworfen, Details dazu auf der rechten Seite.

Die FLOTTEN-Check-Bilanz

Was die Wartungs- und Verschleißkosten betrifft, so lagen leider noch keine Daten für den Opel Insignia Sports Tourer vor, wir haben in diesem Kapitel dennoch die drei anderen Fahrzeuge verglichen. Die Probanden liefern sich dabei ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen, ein eindeutiger Sieger ist hier nicht festzustellen. Etwas anderssieht es dann beim Wertverlust beziehungsweise den Restwerten aus. In absoluten Zahlen bewegt sich der Wertverlust zwar auf ähnlichem Niveau, beim Restwert in Prozenten setzt sich der Skoda Superb Combi dann aber nicht nur vom Opel Insignia Sports Tourer und dem Ford Mondeo Traveller, sondern auch-und das ist zumindest eine kleine Überraschung - vom Konzernbruder VW Passat Variant ab. Ähnlich das Bild bei den Vorgängermodellen, auch hier zeigen sich VW Passat und Skoda Superb stark beim Restwert, allerdings liegt den Berechnungen von DAT zufolge der Passat hier vor seinem tschechischen Konzernbruder. Bei den Listenpreisen führt der Passat das Feld an, günstigstes Modell ist der Mondeo. Die Ausstattung der Business-Kombis fällt übrigens erfreulich gut aus.











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