Ausgabe
09
2017




Faktencheck Elektromobilität

Philip Pascal Kalomiris, Geschäftsführer von Kalomiris Consulting, berät und begleitet zahlreiche Unternehmen beim Einstieg in die Elektromobilität und bei der Modernisierung ihrer Mobilitätssysteme. Zudem steht er regelmäßig bei Informationsveranstaltungen und Kongressen als Diskutant und Vortragender auf der Bühne.

Viel wurde berichtetüber die Revolution der Mobilität durch Elektrofahrzeuge. Der radikale Umbruch wollte sich bisher aber trotz zahlreicher, großteils überzogener Heilsbotschaften nicht einstellen. Ein Faktencheck über Elektromobilität in Österreich.

Eines vornweg: So radikal, wie es viele herbeigesehnt haben, wird der Umstieg von fossilem Individualverkehr auf Elektromobilität nicht kommen. Die Erwartungen waren euphorisch und unerreichbar hochgesteckt, was automatisch zu anfänglichen Enttäuschungen führen musste. Nach diesem Hype hat sich die Elektromobilität jedoch einen respektablen Stellenwert im Mobilitätsmix erarbeitet und geht einem soliden und nachhaltigen Wachstum entgegen. Hierzu ein paar nüchterne Fakten, warum Elektromobilität, trotz vereinzelter negativer Unkenrufe, insbesondere in Zukunft eine maßgebliche Rolle in unserer Mobilität spielen wird:

Fakt 1: Die Rahmenbedingungen verbessern sich stetig.

Heute findet man am Automarkt ein immer tiefer und breiter werdendes Spektrum an teil-und vollelektrisch betriebenen Elektrofahrzeugen. Zahlreiche Autohersteller haben bereits alltagstaugliche und leistbare Modelle auf den Markt gebracht. Zudem geht die Errichtung vonöffentlich-zugänglichen Ladestationen in raschen Schritten voran. Neben Schnellladestationen quer durch ganz Österreich wächst auch die Anzahl an Ladepunkten etwa auf Supermarkt-und Restaurantparkplätzen, die eine sinnvolle Nutzung der "Ladeweile" erlauben, stetig weiter. Dank Förderungen von200 bis 10.000 Euro kann die Errichtung von Ladeinfrastruktur auch für kleine Firmen und Privatpersonen sehr interessant sein.

Fakt 2: Die Konsumenten und Entscheider begreifen, dass auch das Elektroauto keine eierlegende Wollmilchsau ist.

Dass die Elektromobilität nicht alle Verkehrsprobleme der Welt von heute auf morgen lösen wird, ist mittlerweile klar. Jedoch wird sie einen großen Stellenwert im Mobilitätsmix der Zukunft haben. Die Entscheidung für oder gegen Elektromobilität ist dabei auch immer eine Abwägung von Vor-und Nachteilen. Der am häufigsten genannte Nachteil, die mangelnde Reichweite, wird jedoch oft überbewertet. Wie aktuelle Daten des Ergebnisberichts der österreichweiten Mobilitätserhebung "Österreich unterwegs" zeigen, legen die Österreicher pro Wochentag im Schnitt 36 Kilometer zurück. Objektiv betrachtet ist somit eine zu geringe Reichweite zwar ein Nachteil, allerdings nur für eine minimale Anzahl an Fahrten überhaupt relevant.

Fakt 3: Die Kosten eines Autos hören nicht bei der Anschaffung auf.

Derzeit noch ein großer Hemmschuh, relativieren sich bei genauer Betrachtung die noch höheren Anschaffungskosten eines Elektrofahrzeuges im Vergleich zu einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Vergleichbare Automodelle kosten in der Elektro-Variante nach wie vor 5.000 bis 10.000 Euro mehr in der Anschaffung. Rechnet man allerdings die günstigere Wartung, Versicherung und Verbrauch dagegen, landet man über einen Zeithorizont von mindestens drei Jahren in der Regel bei denselben Kosten. Rechnet man dann noch Förderungen (österreichweit bis zu 4.300 Euro für Private und bis zu 3.000 Euro für Unternehmen), Wegfall des Sachbezugs (für Dienstwagenfahrer) oder Vorsteuerabzugsberechtigung (für Unternehmer) hinein, kommt am Ende der Gesamtkostenrechnung eine stattliche Ersparnis heraus.

Fakt 4: Paradigmenwechsel in der Gesellschaft.

In der Gesellschaft reift immer stärker das Bewusstsein, dass Umweltbelastung, Klimawandel und Ressourcenverbrauch wichtige Themen besonders in Hinblick auf die nächsten Generationen sind. Ineinandergreifende Mobilitätssysteme, die nicht mehr ausschließlich auf Autos mit fossilem Antrieb ausgerichtet sind, nehmen an Bedeutung zu. Elektromobilität mit einem deutlich geringeren CO2-Ausstoß pro gefahrenem Kilometer (inklusive Berücksichtigung der Energie-,Akku- und Fahrzeugherstellung sowie des Fahrbetriebs und der Entsorgung) wird in Österreich ein starkes Hilfsmittel für eine sauberere Zukunft sein.











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