Ausgabe
04
2017




VCÖ oder „N(M)achtigall ich hör dich trapsen“

Mit der überschriftlichen Redensart überlauern wir des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) Absichten, mit der Natur gegen die Verkehrswirtschaft zu polemisieren.

Oder sollen wir VCÖ-Sprecher Christian Gratzer im Zusammenhang mit seiner Aussendung „23.400 Hasen-Opfern im Straßenverkehr“ mit dem braven Soldaten Schwejk vergleichen, in dem der Titelheld aus Jaroslav Hašeks unvollendeten Antikriegsroman „als behördlich anerkannter Idiot“ zu wiederkehrenden Zitat-Ehren kommt. Die Verlogenheit der politischen Unterstützer erfährt durch Gratzers Naivität und Befehlsgehorsam zumindest in seinen Aussendungen besondere Dreistigkeit.

 

Für Verkehr werden täglich, also auch Samstag, Sonntag und Feiertag, Flächen im Ausmaß von 4 Fußballfeldern verbaut, schreibt er. Bereits 138.600 Kilometer Straßen gibt es in Österreich, wie viele davon Forststraßen sind, gibt die Schnapszahl nicht preis. Mithilfe der Statistik Austria kamen im Vorjahr 23.400 Hasen unter die Räder, um 700 mehr als 2015. „Im Schnitt durchschneiden rund 60 Kilometer Verkehrswege den Lebensraum eines Hasen“, weiß der schlaue Magister im Sold der Steuerzahler zu berichten.

 

„Nachtigall, ich hör’ dich singen,

Das Herz möcht’ mir im Leib zerspringen,

Komme doch und sag’ mir bald,

Wie ich mich verhalten soll.

 

Der VCÖ-Mann singt der N(M)achtigall Machtworte, in solch kompetenter Manier, dass das Volk kaum was davon mitbekommt. Er schreibt von zu verbessernder Siedlungspolitik, um den verkehrsfördernden Flächenverbrauch einzudämmen und spricht der Stärkung der Ortskerne umweltfreundlich das Wort. In Ermangelung geistvoller Ideen müssen die Feldhasen herhalten, die besonders im Osten und Süden Österreichs mit den Kraftfahrzeugen kollidieren. In Vorarlberg kamen nur noch 5 Hasen zu Tode und in Tirol seit 2 Jahren keiner mehr. Im verkehrsreichen Wien sind 12 Langohren auf seiner Todesstatistik angeführt. Von den Treibjägern, die beim Hasen oder Fasane jagen selbst zu Opfern wurden, ist keine Rede.

 

Nachtigall, ich seh’ dich laufen,

An dem Bächlein thust du saufen,

Du tunkst dein klein Schnäblein ein,

Meinst, es wär der beste Wein.

 

Dass die Jäger zur Jagd meistens mit dem Auto fahren, wofür ganze Landstriche eingezäunt sind und in den Wäldern und Lichtungen jede Menge Hochstände stehen, hat Gratzer nicht erhoben. Die Fluchtwege unserer Tiere sind nicht nur durch Straßen abgeschnitten. Überflutungen der Auwälder zeigen Jahr für Jahr verendendes Wildgetier, weil überall die metallenen Barrieren stehen. Vom angeschossenen und dann qualvoll verendenden Wild will ja der gute Mann nichts wissen. Er bewegt sich ja im Ortskern der Großstadt oder mit dem Fahrrad auf den gesicherten Forstwegen, wo man von all diesem Missbrauch an der Natur nicht viel mitbekommt.

 

Also machen wir uns gefasst auf die bald folgenden Statistiken mit Wildsau, Reh und Hirsch, die ja auch – mangels Verkehrssicherheitsschulung – ungestraft vor die Kühlerhauben der Autos geraten und noch dazu enormen Blechschaden anrichten. Sie bezahlen einfach mit dem Leben. Aber halt: Das kommt den Karosseriewerkstätten wiederum gelegen, leben sie doch von der blechernen Wildschadenreparatur.

 

Und jetzt zum umgangssprachlichen trapsen. Mit dieser Redensart gibt der VCÖ zu erkennen, dass er das Automobil verteufelt. Sich aber gegen die Vergeudung von Lebensmitteln und Umweltressourcen einzusetzen, reicht der Mut nicht. Denn auch die Lebensmittelindustrie gibt dem VCÖ Schweigespenden. Flugzeug, Schiff, Bahn und Lkw können kreuz und quer durch die Kontinente touren, Hauptsache die Gratzers dieser Welt haben ihre „Bioprodukte“ im Regal. Die politisch gestützte Geisteshaltung des VCÖ macht`s möglich. Ob wir wirklich besser dran sind mit dem Verkehrsclub, wird sich bald weisen. Bis dahin färbt Gratzer machtwörtlich weitere Fahrradwege ein, grenzt ganze Regionen aus, um der vielen Hasen Tod zu zählen.











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