Ausgabe
06
2012




Land der Träumer und Ignoranten?

Eine aktuelle Studie offenbart die Verhaltensweisen derÖsterreicherinnen und Österreicher im Straßenverkehr. Statt miteinander herrscht purer Egoismus, oft sind sich die Autofahrer ihrer Fehler gar nicht bewusst.

Die Straßenverkehrsordnung sollte jedem Autofahrer in den Grundzügen geläufig sein, immer mehr Autofahrer blenden das einst in der Fahrschule Gelernte aber immer öfter aus. Jeder ist sich selbst der Nächste, warum sollte man sich also im Stau hinten anstellen, wenn man sich auch vorn in der Schlange reindrängen kann. Dass solche Manöver mitunter gefährlich sind, wird in Kauf genommen, dass das Verhalten höchst unsozial ist, interessiert offenbar nicht. Viele Vergehen werden als Kavaliersdelikte abgehandelt, bei Dunkelgelb noch über die Kreuzung zu fahren, gehört schon fast zum guten Ton. Die Generali-Versicherung hat jüngst über 1.000 Autobesitzer zu ihrem Verhalten und ihren Beobachtungen im Straßenverkehr befragt, mit teils überraschenden Ergebnissen.

Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung als Sünde Nummer 1

Wer mit offenen Augen auf den Straßen unterwegs ist -nein, das sind keineswegs alle Verkehrsteilnehmer -, den überrascht es wohl nicht wirklich, dass das Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung in der Liste der Vergehen weit oben steht. Beinahe jeder Zweite der Befragten gibt zu, selbst hin und wieder mit dem Handy am Ohr durch die Gegend zu fahren, mit 64 %ist die Gruppe der unter Dreißigjährigen besonders stark betroffen.

Ähnlich das Bild beim Thema Schnellfahren, 47 % treten das Gaspedal öfter stärker durch als die StVO erlaubt. Auffällig ist auch hier wieder der hohe Prozentsatz der Lenker unter 30 Jahren. Neben drohenden Strafen ist auch der Vorteil bei Geschwindigkeitsübertretungen zumeist ein sehr geringer.Für ein paar Minuten Zeitersparnis einen oft deutlich höheren Verbrauch oder gar Kopf und Kragen zu riskieren, steht schlichtweg nicht dafür.

Wahrnehmungsunterschiede

Interessanterweise nehmen die Befragten gefährliche Manöver wie das Einfahren bei Gelb oder Rot in eine Kreuzung, die Missachtung des Rechtsvorranges oder das Fahren ohne Licht in der Dämmerung sehr gelassen hin. Aufreger sind ausgerechnet jene Dinge, die deutlich weniger Gefahrenpotenzial in sich bergen. 68 %finden jene Verkehrsteilnehmer besonders nervig, die sich über alles aufregen und wild hupend ihrem Ärger freien Lauf lassen. Mehr als zwei Drittel missfällt die Nichtbeachtung des Reißverschluss-Systems, das offenbar viele Autofahrer nach wie vor nicht verstanden haben.

Tatort Autobahn

Gerade auf Autobahnen ist die Liste der Vergehen sehr lang. Gefährliche Manöver beginnen bereits auf dem Beschleunigungsstreifen. Wie der Name schon verrät, dient er dazu, das Fahrzeug zu beschleunigen und sich danach in den gleich schnell fahrenden Fließverkehr einzureihen. Die Praxis sieht leider anders aus. Langsame Autos scheren oft sofort auf die Autobahn aus, was wieder schnellere Autos zu Ausweich-oder Bremsmanövern zwingt, Unfälle sind keine Seltenheit.

Rechtsfahrgebot gilt auch auf mehrspurigen Autobahnen

Dass niemand gerne im Stau steht, liegt auf der Hand. Besonders unter Zeitdruck stehende Berufskraftfahrer möchten flott vorankommen. Leider ist in Österreich, aber auch in anderen Ländern das Rechtsfahrgebot offenbar völlig in Vergessenheit geraten. Was auf zweispurigen Autobahnen noch einigermaßen funktioniert, scheitert auf drei-oder gar vierspurigen Abschnitten völlig. Dass man des Öfteren aufder äußerst rechten Fahrspur am Schnellsten vorankommt, ist bezeichnend. Die "Mittelspurfahrer" argumentieren, dass die linke Spur ja ohnedies frei ist und man rechts permanent wegen Lkws die Fahrbahn wechseln müsste. Dass der Verkehrsfluss dadurch vor allem bei höherem Verkehrsaufkommen massivgestört wird, merken diese Leute offenbar nicht. Was sich auch mit der Selbsteinschätzung der Befragten deckt. 61 % ärgern sich zwar über die Linksfahrer, nur 13 %gestehen aber ein, selbst diesen Fehler hin und wieder zu begehen.

Projekt Rettungsgasse gescheitert?

Als die ASFINAG Ende des Vorjahres die Rettungsgasse vorgestellt hat, waren viele skeptisch. Was in der Theorie zugegeben gut klingt, funktioniert in der Praxis leider schlecht bis gar nicht. Gut ausgebaute, dreispurige Autobahnen mit großzügigem Pannenstreifen verkommen bei Unfällen teilweise zu -inklusive des Pannenstreifens -vierspurigen Parkplätzen, wo die Rettungskräfte in Folge vermutlich länger zur Unfallstelle brauchen als vor der Rettungsgassen-Regelung. Für viele Autofahrer ist die Hemmschwelle, auf den Pannenstreifen auszuweichen oder diesen gar langsam zu befahren offensichtlich zu groß. Erst wenn einer mit der Bildung der Rettungsgasse beginnt, ziehen andere auch nach. Ein zusätzliches Problem sind ausländische Autofahrer, die von der Rettungsgasse nichts wissen und auch die zahlreichen, gut gemeinten, aber deutschsprachigen Hinweisschilder nicht lesen können. Pkw-wie Lkw-Fahrer freuen sich über das Spalier, das sich bildet und nutzen die Lücke zu ihren Gunsten.

Im Dienste der Sicherheit

An der Nase sollten sich aber nicht nur viele Autofahrer, sondern auch die Exekutive nehmen. Statt sich mit der Laserpistole oder mobilen Radargeräten an Orten zu verstecken, die der Maximierung der Einnahmen dienen, wären Maßnahmen dort sinnvoll, wo sie wirklich der Verkehrssicherheit oder dem Verkehrsfluss dienen. Und verdienen könnte man dort ohne Frage ebenfalls gut.

Zum Abschluss noch ein positiver Trend der Generali-Studie: Die Bereitschaft, für Fahrerassistenzsysteme Geld auszugeben, ist in letzter Zeit stark gestiegen, was letztlich wieder der Sicherheit auf unseren Straßen zugute kommt.











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