Ausgabe
03
2017




Die Heilige Maria des Stadtverkehrs

Eine Stadt wie Wien lebt von ihrer Vielfalt und da darf auch mancher politische Blödsinn Raum finden. Wenn aber Wiens grüne Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou in Wirtschaftsfragen zum Fahrrad(argument) greift, wird es abstrakt.

Ihrer und ihrer Gesinnungsfreunde Ansicht nach karren künftig nur mehr E-Autos die Ware in Stadtlager, mit Lastenfahrrädern wird für den Zu- und Abtransport der Waren gesorgt. Das wird eine tolle Jobmaschine und kostet tut es ja auch nichts!

 

Bei der europäischen Fahrradlogistikkonferenz im Wiener Museumsquartier (das ist bei der bergauf führenden Fußgängerzone Mariahilfer Straße) wünschte sich Vassilakou Wien bis 2030, also in 13 Jahren, sämtliche Nutzfahrzeuge mit Verbrennungsmotor durch E-Autos und Lastenfahrräder ersetzen zu können.

 

Natürlich unterlegt eine deutsche Studie die Ersetzbarkeit jeder 4. Lkw-Fahrt durch Lastenräder. Eine niederländische Studie, die dem Batterieauto eine ebenso desolate CO2-Bilanz attestiert, wurde bei der Wiener Tagung ausgeklammert. Das passt nicht ins Konzept der Politikerin. Vielmehr können mit „Cargobikes“ Europaletten (120x80 cm Fläche) transportiert werden und Dreiräder bis zu 300 kg Nutzlast tragen. Ein Container-Lkw mit Lebensmittel fasst in etwa 12 t Palettenware und das auf rund 8 bis 12 Paletten geladen. Sattelschlepper fassen bis zu 38 Europaletten. Das sind in der Regel die, die nächtens die Filialen der Ketten beliefern, damit veganes Essen und jede Menge Verpackungsgut dorthin kommt, wo es die Grünen haben wollen.

 

Ich sehe schon von den neu geschaffenen Logistikplätzen an den Ein- und Ausfallstraßen der Vorstadt die Lastenradler in Kolonnen strampeln, um die Versorgung der Stadtbewohner sicherzustellen, schließlich will ja weiter jeder jedes und alles prompt verfügbar haben.

 

Jetzt wollen wir aber nicht ungerecht sein zu unserer Heiligen Maria des Stadtverkehrs: Vassilakou hat bestimmt die Arbeitslosen im Visier. Da kann der Teilzeitjob gut vermarktet werden. Aber auch linienbewußte BürgerInnen können sich so ihre Kalorien abstrampeln und sparen sich das ins Geld gehende Fitnesscenter. Der Lauf- und Radsport wird zwecks Hebung der Kondition von der Stadt Wien subventioniert, um künftig abrufbar ihre Rikscha-Dienste leisten zu können. Das geht sich auch bestens mit Geringfügigverdienern oder gar Mindestlohnempfängern aus. Die Gewerkschaft der Lastentransporteure arbeitet schon am Kollektivvertrag.

 

Findige Unternehmer lassen ihre Transporteure ihre Lastesel im EU-Ausland als Einzelunternehmen anmelden und finanzieren ihnen teuer die Anschaffung der Fahrzeuge. Und sie fahren alle auf der Straße, um die Radwege nicht zu blockieren, frohlocken die Grünlinge. Zurück bleiben davon meist nur sozialisierte Altlasten.

 

Was die Politik dazu sagt? Oder was sie regelt? Sie kennen die Antwort bereits: Wir sind das absolut glücklichste und innovativste Stadtvolk der Welt, worum wir beneidet und deshalb von halb Fahrradeuropa besucht werden.











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