Ausgabe
03
2017


Umwelt

"Elektromobilität ist in Österreich gescheitert!"

Philip Pascal Kalomiris, Geschäftsführer von Kalomiris Consulting, berät und begleitet zahlreiche Unternehmen beim Einstieg in die Elektromobilität und bei der Modernisierung ihrer Mobilitätssysteme. Zudem steht er regelmäßig bei Informationsveranstaltungen und Kongressen als Diskutant und Vortragender auf der Bühne.

Kritische Berichte zum Thema Elektromobilität enthalten nicht selten diese oder ähnliche Aussagen. Nach dem anfänglichen Hype um die Elektromobilität und der Annahme, diese würde einen Großteil der Verkehrs-und Umweltprobleme in kürzester Zeit lösen, folgte Ernüchterung und Enttäuschung. Doch ist die Elektromobilität in Österreich wirklich gescheitert? Möchte man sich dieser Frage auf einer möglichst unvoreingenommenen Ebene nähern, empfiehlt sich eine Prüfung der bisherigen Entwicklung anhand des Hype Cycles der ehemaligen Gartner-Beraterin Jackie Fenn.

Der Beginn des Hypes

Der Hype Cycle beschreibt den Werdegang einer Technologie auf dem Markt und unterteilt diesen in fünf verschiedene Phasen. Die erste Phase wird als technologischer Auslöser bezeichnet. Die Technologie wird am Markt bekannt und erregt sehr rasch eine stark zunehmende Aufmerksamkeit. Zu Beginn auf Fachkreise beschränkt, mündet diese in kurzer Zeit aber in einer beachtlichen medialen Präsenz und einem breiten Interesse. Infolgedessen steigt die Aufmerksamkeitskurve explosionsartig an, es kommt zum Hype. Zeitgleich werden der Technologie (im Nachhinein betrachtet häufig haltlose) Entwicklungsprognosen zugeschrieben. Diese gipfeln in der durch überzogene Erwartungen gekennzeichneten zweiten Phase.

Jetzt geht"s bergab ...

Nach dem Erreichen des Aufmerksamkeitsgipfels passiert das Unvermeidbare: Das Verfehlen der Entwicklungsprognosen und die Erkenntnis der nicht erfüllbaren Erwartungen führen in der dritten Phase in ein so genanntes "Tal der Enttäuschung". Das rasche Sinken der Aufmerksamkeit und der medialen Präsenz führt dabei häufig zu einer Interpretation des Scheiterns der Technologie. Das Schöne an diesem Punkt ist, dass es von dort an nur bergaufgehen kann. Die Technologie beginnt, eine nachhaltig positive Entwicklung einzunehmen. Das Verstehen der Vorteile und Grenzen der Technologie gilt für Fenn als vierte Phase, die am so genannten "Pfad der Erleuchtung" von realistischen Entwicklungsprognosen begleitet wird.

Anerkannte Vorteile

In der fünften Phase erreicht die Technologie schließlich das "Plateau der Produktivität". Die Vorteile der Technologie sind allgemein anerkannt und akzeptiert. Die Technologie ist etabliert, wirtschaftlich relevant und entwickelt sich in evolutionären Schritten weiter.

Die Entwicklung der Elektromobilität in Österreich spiegelt sich in diesem technologischen Werdegang wider. Rund um das Jahr 2007 erregte die Elektromobilität erstmals im 21. Jahrhundert eine breite und sich rasch ausbreitende allgemeine Aufmerksamkeit. Den Phasen des Hype Cycles folgend, resultierten die hohe mediale Präsenz und zahlreiche öffentlichkeitswirksame Förder-und Elektromobilitätsinitiativen in einem Hype. Damit einhergehend wurden inner-und außerhalb Österreichs Entwicklungspfade prognostiziert, die zu überzogenen Erwartungen, zu einer raschen Minderung der (positiv konnotierten) medialen Präsenz und demzufolge teilweise zu einem Empfinden des Scheiterns der Technologie führten.

Von wegen gescheitert!

Heute hat die Elektromobilität in Österreich das "Tal der Enttäuschung" überwunden und eine schrittweise, aber nachhaltig positive Entwicklung in Richtung "Plateau der Produktivität" eingenommen. Der Bestand an vollelektrisch betriebenen Fahrzeugen hat sich im Pkw-Segment zwischen Ende 2014 und Ende 2016 um stattliche 168Prozent erhöht.

Zahlreiche fördernde Rahmenbedingungen wie beispielsweise ein immer tiefer und breiter werdendes Fahrzeugangebot, finanzielle Anreize in Form von Förderungen und Steuervergünstigungen, die zunehmende Senkung der Batteriepreise und zeitgleiche Erhöhung der Energiedichte werden dazu führen, dass der derzeitnoch geringe Anteil an vollelektrischen Fahrzeugen (0,19 Prozent im Pkw-Segment) in den kommenden Jahren stark zunehmen wird.

Das Bild des vermeintlichen Scheiterns wurde von einem Bild einer ernstzunehmenden und zukunftsträchtigen Technologie abgelöst, die unsere Zukunft, gemeinsam mit anderen Technologien, prägen wird.











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