Ausgabe
03
2017


News

Die Drohne im Feldversuch

FLOTTE&Wirtschaft hat Volker Mornhinweg, Leiter Mercedes-Benz Vans, zum Exklusivinterview getroffen undüber E-Nutzfahrzeuge, Drohnen und unnötiges Schickimicki gesprochen.

Herr Mornhinweg, was war der Grund für das Ende der Partnerschaft mit Volkswagen beim Sprinter?

Wir haben die Zusammenarbeit, wie vertraglich definiert, letztes Jahr beendet, da wir festgestellt haben, dass wir die Produktionskapazität selbst benötigen. In den ersten beiden Monaten hat sich heuer herausgestellt, dass die Entscheidung richtig war. Die Zusammenarbeit war kooperativ und gut, jeder geht jetzt seinen Weg.

Sind Sie mit Absatz und Kundenfeedback des Citan zufrieden?

Wir sind sehr zufrieden, letztes Jahr haben wir circa 26.000 Einheiten abgesetzt, ein Wachstum von 20 Prozent. Für uns war das Produkt sehr wichtig, da uns ein Einstiegsmodell gefehlt hat. Die Kunden können somit alle Segmente von uns bekommen.

Renault bringt ein Batterie- und Reichweitenupdate des Kangoo ZE, ist geplant, einen elektrischen Citan anzubieten?

Die Frage haben wir uns natürlich schon vor ein paar Jahren gestellt. Wir waren mit dem Vito E-Cell die ersten, die einen rein elektrischen Transporter angeboten haben. Die Nachfrage war am Anfang sehr gut, aber nicht so nachhaltig. Das Produkt war sehr gut, wir haben heute noch 1.000 Modelle im Markt und bekommen gutes Feedback. Wir selbst haben dabei viel gelernt, der Bedarf hat sich damals aber nicht, wie prognostiziert, entwickelt.

Wann kann man mit einem Serienmodell eines rein elektrischen Nutzfahrzeuges bei Mercedes rechnen und in welchem Segment?

Wir entwickeln aktuell ein Fahrzeug, mit dem wir 2018 in den Markt gehen werden. Ob Vito oder Sprinter ist noch offen, durch die modulare Bauweise ist der Einsatz in beiden Baureihen möglich. Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass wir im Small-Van-Segment aktiv werden, aber eins nach dem anderen.

Die Fahrzeugvernetzung spielt eine immer größere Rolle. Die noch junge Abteilung "Future Transportation Systems" hat maßgeblich an der Studie "Mercedes Vision Van" mitgearbeitet, ab wann kann man mit einem Einsatz neuer Technologien in der Serie rechnen?

Wir wollten aufzeigen, was wir demnächst im Markt anbieten. Dieses Jahr werden wir über Mercedes Pro die ersten Telematik-Services anbieten, Software und Applikationen. Die Vernetzung ist ein Türöffner weiterer Services, daher volle Kraft voraus.

Wie weit ist die Drohne noch weg?

Wir wollen vom reinen Hersteller hin zum Anbieter von Gesamtlösungen, da sehen wir Möglichkeiten, spezifischer zu werden. In der zweiten Jahreshälfte werden wir die ersten Piloten im Feldversuch haben, nur darüber lernt man.

Was wäre ein Szenario für einen Test?

Es gibt zum Beispiel inÖsterreich Alpentäler, wo es Paketzusteller besonders schwer haben und aufgrund der Geografie nur wenige Pakete täglich zustellen können. Das ist für mich ein gutes Beispiel, Drohnen einzusetzen. Aber auch im medizinischen Bereich, wo etwa bei hohem Verkehrsaufkommen der Einsatz einer Drohne Sinn macht und viel schneller ist als das Lieferfahrzeug.

Welche Rolle wird der neue Mercedes Pickup im Nutzfahrzeugsegment einnehmen?

Ziel war, ein Fahrzeug in Richtung Lifestyle zu entwickeln, das Feedback von Medien und Kunden war enorm positiv. Am Ende wird das Fahrzeug geschäftlich wie privat eingesetzt werden.

Wie viel Mercedes steckt in dem Auto, das aus einer Kooperation mit Nissan (dem Navara) stammt?

Optisch sind wir komplett eigenständig, auch bei der Bedienung gibt es absolutes Mercedes-Feeling. Wir verfolgen unsere eigene Philosophie bei der Abstimmung von Fahrwerk, Getriebe, Motor und so weiter und das wird man auch spüren.

Hat man da vom Mercedes Citan gelernt, hier standöfter der Vorwurf im Raum, zu nah am Kangoo zu sein ...

Da muss man fair sein und das Segment anschauen. Das Small-Van-Segment ist extrem preissensitiv und da stellt sich die Frage, wie weit gehe ich und wo macht es Sinn. Der Pickup ist da aber eine ganz andere Nummer, beim Citan würde das aber keiner bezahlen.

Rechnen Sie damit, dass sich die Nutzfahrzeugsparte irgendwann einmalähnlich stark diversifiziert, wie das bei den Pkw-Modellen der Fall ist? Oder bleiben die klassischen Segmente bestehen?

Ich glaube, dass die Segmente fließend sind. Wenn man zum Beispiel den kleinsten Sprinter hernimmt, ist er von der Länge wie ein Vito, aber so hoch, dass man darinnen stehen kann. Es gibt Kunden, die das benötigen oder darauf Wert legen. Aber in Richtung Crossover oder ähnlichen Varianten sehe ich das jetzt nicht gehen. Ein Nutzfahrzeug darf durchaus gefallen, aber Schickimicki ist nicht nötig.

Sie waren rund fünf Jahre für AMG verantwortlich, abseits von den Produkten, können Sie uns sagen, wo der größte Unterschied für Sie persönlich zu Ihrer jetzigen Aufgabe liegt?

Besonders die unmittelbare Nähe zum Kunden hat enorm Spaß gemacht. Beim Nutzfahrzeug ist eine so enge Beziehung zum Kunden natürlich kaum möglich. Aber durch die Eröffnung neuer Geschäftsfelder gibt es in einigen Bereichen auch wieder eine Kundennähe, wie sie früher bei AMG war, und das freut mich.











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