Ausgabe
01
2017


Umwelt

" Bis ich den Kaffe getrunken habe, ist das Auto voll"

Er interessiert sich für alte und neue Autos. Er ist Eigentümer, Geschäftsführer und Fuhrparkmanager zugleich. Und er hat aktuell fünf auffällig beklebte Tesla in seiner Flotte: HAKA-Chef Gerhard Hackl war und ist dem Strom auf spezielle Art und Weise verbunden

Gerhard Hackl war 17 Jahre alt, als er in eine Hochspannungsleitung geriet. Dank rascher Reanimationüberlebte der Oberösterreicher -was ihm in einer damals aktuellen TV-Sendung nicht nur den Titel "Glücklichster Österreicher" einbrachte, sondern auch sein Interesse am Strom weckte. Seit diesem Ereignis beschäftigt sich der Chef der HAKA Küche GmbH, der für Autos eine mindestens ebenso große Leidenschaft hegt und nebenbei Oldtimer sammelt, akribisch und leidenschaftlich mit dem Thema. Das Energiemanagement des Unternehmens ist daher ebenso Chefsache wie das Fuhrparkmanagement und Hackl ist laufend damit beschäftigt, Kosten zu optimieren, Mitarbeiter zu motivieren, Dienstleistung zu verbessern. Auch die Elektromobilität war somit stets auf seinem Radar, wirklich fasziniert hat sie ihn allerdings erst dann, als Elon Musk den ersten Tesla präsentierte. "Alles andere davor mit 100 Kilometer Reichweite war viel zu wenig. Mit dem Tesla und seinen 400 Kilometer Reichweite hat die Welt allerdings auf einmal anders ausgesehen, denn damit kommst du überall hin."

Zweifel bald los

Als Hackl seinen Mitarbeitern die Anschaffung von Elektroautos avisierte, reagierten diese zunächst mit Skepsis. "Natürlich vor allem wegen der Reichweite", erinnert sich der Maßküchen-Chef, der bereits überzeugende Argumente ausgearbeitet hatte. "Wir haben den Mitarbeitern zuerst bewiesen, dass kaum einer, weder Monteur noch Verkäufer, innerhalb eines Jahres auch nur ein Mal 400 Kilometer am Stück fährt." Aufzeichnungen und Berechnungen hatten ergeben, dass die Laufleistung der Flotten-Pkw 40 bis 50.000 Kilometer pro Jahr beträgt, was bei 200 Arbeitstagen einen Durchschnitt von 200 Kilometern ergibt. "Diese 200 Kilometer hat ein einziger und das acht Mal überschritten", schildert Hackl. "Ein Verkäufer, der in Kärnten wohnt und dann, wenn er zu uns nach Traun in die Firma gefahren ist, über den 200 Kilometern war -also im Alltag auch nicht wirklich relevant. 2015 kaufte Hackl den ersten Tesla heute sind bereits fünf im Einsatz, zwei weitere sind bestellt. "Mit den Tesla sind wir extrem happy", freut sich Hackl, der eines der Musk-Fahrzeuge auch Kunden testen lässt, "um Erfahrungen zu sammeln und zu sehen, wo es Probleme gibt, aber es gibt eh keine. Wir waren mit keinem einzigen Auto bisher beim Service, hatten keine einzige Reparatur, die vom Werk angegebeneReichweite stimmt hundertprozentig, ebenso der geringe Leistungsverlust im Winter."

Fragezeichen Nummer zwei

Die nächste Sorge, dass das Auftanken viel zu lang dauern würde, war ebenfalls schnell beseitigt. "Es wird rasch zur Gewohnheit, sein Auto zu Hause über Nacht ans Stromkabel zu hängen, ein Mal volltanken kostet drei bis vier Euro, und in der Früh immer mit einem vollgetankten Auto loszufahren, ist fein", berichtet Hackl und ergänzt: "Zwischendurch oder für weitere Strecken haben wir in Traun einen Supercharger (derzeit sechs in Österreich, Anmerkung der Redaktion), bei dem man gratis aufladen kann. In circa 25 Minuten, bis man seinen Kaffee getrunken hat, ist das Auto voll. Außer man fährt komplett leer hin, was kaum jemand macht." Die Frage, ob das neue Tankverhalten zu besser geplanten Fahrten und somit zu mehr Effizienz führe, bejaht der Haka-Boss schmunzelnd. "Die Hektik geht beim Elektroauto massiv zurück. Auf der Autobahn stelle ich den Tempomat statt früher auf 143 auf 110km/h ein, weil ich weiß, dass ich damit am weitesten komme. Das hat darüber hinaus den Vorteil, dass man auf der rechten Spur bleibt, selten überholen muss, keiner blinkt einen an oder zeigt einem den Vogel. Man ist völlig stressfrei unterwegs."

Spare froh

Und wie sieht"s mit den Kosten aus? So ein Tesla zählt ja nicht unbedingt zu den günstigen Fahrzeugen Gerhard Hackl rechnet vor: "In der Langzeitrechnung von vier Jahren, den garantierten Tesla-Rückkaufwert mitkalkuliert, kommt uns der 70.000 bis 80.000 Euro teure Tesla günstiger als ein 25.000 bis 27.000 Euro teures Mittelklasse- Fahrzeug, daswir auch im Fuhrpark haben. Das ist keine Kritik an diesem Auto, das ist auch durchaus gut, aber es braucht auf 100 Kilometer sechs bis sieben Euro Sprit, viel öfter Service, Ölwechsel, Flüssigkeitsaustausch und hat einen CO2-Ausstoß -was auch Geld kostet Mit allen Betriebsstoffen kostet uns der Tesla also über vier Jahre lang 600 Euro und das andere Auto deutlich über 700 Euro pro Monat. Diese Rechnung stimmt allerdings nur bei einer angenommen Kilometerleistung von mindestens 5.000 Kilometer pro Monat."

Der Küchen-Chef empfiehlt

"Man kann viel Geld sparen, wenn man sich intensiv mit dem Thema Fuhrpark beschäftigt", so Hackl, der hinsichtlich Service und Instandhaltung von zwei Mitarbeitern Unterstützung erhält, alles andere jedoch selbst organisiert. "Ein guter Fuhrparkmanager ist immer up to date und aufgeschlossen. Neue Technologien können der Hammer sein, aber auch Nachteile haben. Man sollte also gründlich informiert sein. Bei der Elektromobilität gehe ich soweit und sage: ,Kauft nur mehr Elektroautos. Lasst Euch mit Eurer nächsten Investition noch Zeit, demnächst kommt noch viel Spannendes!""

Darüber hinaus rät Hackl, Autos nicht nach den reinen Anschaffungskosten, sondern nach der kompletten, inklusive der gewünschten Nutzungsdauer auszusuchen. "Das kann mal länger, mal kürzer sein, aber mit durchschnittlich vier Jahren liegt man ganz gut."

Autotausch unter den Mitarbeitern

Um die Instandhaltungskosten der Fahrzeuge möglichst gering und die Laufleistung möglichst gleichmäßig zu halten, schwört der Unternehmer auf Autotausch. "Wir haben das vor viereinhalb Jahren begonnen -das Genialste, das uns eingefallen ist! Die Pkw werden nach einem fixen Plan monatlich, die Montagefahrzeuge wöchentlich getauscht. Dadurch bleibt erstens die Laufleistung konstant, weil die, die weniger fahren, ein Auto mit einem höheren Kilometerstand bekommen und umgekehrt. Zweitens passen die Mitarbeiter mehr aufs Auto auf, weil nur saubere Fahrzeuge übernommen werden."

Andernfalls drohen Schwierigkeiten bis hin zum Entzug des Firmenwagens, was jedoch noch nie vorgekommen sei, freut sich der oberösterreichische Top-Unternehmer. Bei den ersten drei Tauschaktionen habe es noch wilde Diskussionen gegeben, danach habe sich die Vorgehensweise eingespielt und sei mittlerweile selbstverständlich. "Alle Autos sind picobello, Kratzer werden genau dokumentiert, es wird nicht geraucht und wenn etwaspassiert, wird das sofort gemeldet und repariert. Wir haben viel mehr Ruhe." Zusatzeffekt: Der bessere Fahrzeugzustand wirkte sich positiv auf die Servicekosten aus. "So sehr, dass unser Händler vermutet hat, dass wir neuerdings eine andere Werkstatt aufsuchen. Stattdessen müssen wir einfach vielseltener hin."

Nach vor in die Zukunft

Für Hackl ist das Unternehmensziel jedenfalls klar: Bis 2018 soll die Pkw-Flotte, die 40 Fahrzeuge umfasst, komplett auf Elektroautos umgestellt sein. Wenn möglich auch die Flotte der Kleintransporter, so Hackl. Voraussetzung sei allerdings eine verlässliche Minimum-Reichweite von 250 Kilometer amStück. Einzig eine drastische Verteuerung des Stroms könnte somit eine deutliche Kostenreduktion verhindern. Aber auch dem blickt Gerhard Hackl gelassen entgegen: "Wir haben hier vier Hektar Grund und enorme Dachflächen, Fotovoltaikanlagen werden immer besser ...

Wir werden sicher auch einmal eigenen Strom produzieren."

Fuhrpark-Facts: HAKA

Marken: Ford, Kia, Opel, Tesla Pkw: 40 Kleintransporter: 50 Lkw: 4 bis 5 4 bis 5 Ersatzautos

Laufleistung Pkw: 40-50.000 km/Jahr

Laufleistung Kleintransporter: 20-25.000 km/Jahr

Laufleistung Lkw: 80-100.000 km/Jahr











Newsletter

test

Suchen


Beispiel aus unserer
Fotogalerie

FLEET Convention 2017
FLEET Convention 2017
Umfrage?

Verwalten Sie Ihre Fahrzeuge selbst oder mittels externem Fuhrparkmanagement?





Spacer
Lederers Auto&Wirtschaft Auto&Information Info4you Flotte&Wirtschaft 4wd Allrad Katalog Familien Autos Auto Build Auto&Wirtschaft Auto&Technik Auto&Carrosserie Auto&Economie About Fleet




Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren, können Sie unsere RICHTLINIEN FÜR DATENSCHUTZ UND VERWENDUNG VON COOKIES aufrufen.

OK
Top
AGB    |     Impressum    |     Datenschutz    |     Verlag    |     KONTAKT
   © 2018 A&W Verlag GmbH. All rights reserved.
Symple