Ausgabe
09
2016


Service

Ist billig auch günstig?

Dacia hat sich zu einem wichtigen Standbein für Renault entwickelt. Und das nicht nur in Schwellenländern, auch in Österreich können sich die Verkaufszahlen sehen lassen. Wir haben dem Preisbrecher auf den Zahn gefühlt und wichtige Kostenparameter mit anderen Kleinwägen verglichen.

Als Renault im Jahr 2004 die Marke Dacia wiederbelebt und auch für den westlichen Markt zugänglich gemacht hat, war noch nicht absehbar, wie die ursprünglich rumänische Marke ankommen wird. Heute weiß man, dass die Erwartungen mehr als erfüllt wurden und es definitiv eine Käuferschicht für die Preisbrecher gibt. Im Lauf der Zeit haben sich auch die Produkte gemausert. War die Stufenhecklimousine Logan vielen anfangs noch zu bieder, konnte der Kombiableger MCV erste Achtungserfolge einfahren. Mehr Kombi gab es schlichtweg nicht fürs kleine Geld. Kurz um: Sich für seinen Dacia zu genieren, ist schon länger nicht mehr nötig, Dacia-Fahrer sind zu Recht stolz darauf, einen nicht zuletzt aufgrund des Preis-Leistungs-Verhältnisses guten Kauf gemacht zu haben. Mittlerweile zeigt sich auch die Modellfamilie umfangreich, mit dem Dokker hat man nun auch ein echtes Nutzfahrzeug im Programm.

Ab 7.590 Euro geht"s los

Wir widmen uns dieses Mal einem anderen Modell, dem Sandero. Mit einem Startpreis von 7.590 Euro ist er der günstigste Spross der Familie, selbst das Topmodell Stepway mit 90-PS-Turbodiesel bleibt unter 15.000 Euro. Zum Flottencheck bitten wir aber den in der Klasse wichtigeren 90 PS starken Benziner (TCe 90) in Stepway- Ausführung und mit dem automatisierten Schaltgetriebe Easy-R ausgestattet.

Kleine Schwächen bei der Ergonomie

Der Stepway unterscheidet sich von den anderen Sandero-Varianten durch einige optische Offroad-Zutaten, die ihn freilich noch nicht zum Geländewagen machen. Einziger Dacia mit Allradantrieb ist und bleibt das SUV Duster. Egal, die Kunststoffeinfassungen um die Radhäuser, die Alufelgen und die Dachreling verhelfen zu einem selbstbewussteren Auftritt, als das beim normalen Sandero der Fall ist. Bereits beim Schlüssel begegnet einem Renault-Technik, die zwar schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, aber keinen Anlass zur Kritik gibt. Das setzt sich auch im Innenraum fort, wo man sich bei vielen Details bei der Konzernmutter bedient hat. Schade, dass die Ergonomie ein wenig leidet, einen höhenverstellbaren Fahrersitz gibt es nicht, ebenso wenig wie einen Komfortblinker (ein Mal tippen ist gleich drei Mal blinken), an den man sich mittlerweile gewöhnt hat. Und weil wir schon dabei sind: Die Hupe weiter im Blinkerhebel unterzubringen statt im Pralltopf des Lenkrades, ist einfach nicht mehr zeitgemäß, Dumpingpreis hin oderher.

Beeindruckende Serienausstattung im Stepway

Verglichen mit dem ersten Logan hat Dacia den Innenraum durchaus wohnlich gestaltet, zweifärbige Sitzbezüge, Akzente in Chromoptik und vor allem der große Bildschirm des Navigationssystems sind up to date. Erstaunlich: Das Touchscreen-Navi ist nicht etwa ein teures Extra, sondern im Stepway serienmäßig. Und die Bedienung so einfach, dass sich sogar Renault bei manchem Modell ein Scheibchen abschneiden sollte. Damit ist die Aufzählung der Serienmitgift aber noch lang nicht am Ende, unter anderem sind vier elektrische Fensterheber, Klimaanlage, Einparkwarner hinten, Nebelscheinwerfer, Tempomat und weitere Annehmlichkeiten aufpreisfrei an Bord. An Optionen bleiben lediglich dieMetallic-Lackierung, eine Mittelarmlehne sowie eine Polsterung in Leder-Optik. Chapeau! Und noch eine wichtige Info findet sich in der Preisliste: Für 1.600 Euro netto baut Spezialist Hödlmayer den Sandero zum Fiskal-Lkw um, was ihm zum Vorsteuerabzug verhilft.

Quirliger Dreizylinder, lahmes Getriebe

Ja und wie fährt er sich nun? Der Dreizylinder-Turbobenziner mit lediglich 0,9 Liter Hubraum ist ein echter Quell der Freude. Er hängt gut am Gas, bietet Kraft bei nahezu jeder Drehzahl und ist akustisch zurückhaltend wie ein Vierzylinder. Und auch der Verbrauch bleibt im Rahmen, rund sechs Liter waren es bei unserem Praxistest. Dass das Triebwerk seine Stärken dennoch nicht so richtig ausspielen kann, liegt am Getriebe. "Easy-R" nennt Dacia das automatisierte Schaltgetriebe, das die Gänge automatisch wechselt und auch die Kupplung betätigt. Im Vergleich zu einer Wandlerautomatik oder gar einem Doppelkupplungsgetriebe -die beide aber wesentlich teurer sind - fallen die Schaltzeiten ziemlich lang aus. Mit der Zeit gewöhnt man sich zwar daran, wir würden die moderaten 500 Euro Aufpreis aber in Metallic-Lack und Mittelarmlehne investieren.

Dacia alsösterreichischer Restwertkaiser

Was das Fahrverhalten betrifft, so zeigt sich der Sandero Stepway unauffällig, im Grenzbereich beginnt er Fronttriebler-typisch zu untersteuern, das serienmäßige ESP sorgt für Sicherheit. Apropos Sicherheit, hier muss sich der Sandero mit Front-und Seitenairbags vorn begnügen, Kopfairbags sind nicht erhältlich. Immerhin sind ISOFIX-Kindersitzhalterungen serienmäßig. Der Preis ist jedenfalls heiß, 12.390 Euro sind für das Gebotene eine mehr als starke Ansage. Für unseren Vergleich mit dem Mitbewerb auf der rechten Seite haben wir den 74 PS starken Basismotor mit der Supreme-Ausstattung gewählt. Schnell wird klar, dass der Sandero zwar technisch - vor allem im Hinblick auf den Verbrauch -Hyundai, Kia und Nissan etwas hinterherhinkt, bei der Restwertprognose kann ihm dann allerdings keiner das Wasser reichen. Laut Eurotax ist die Marke Dacia die wertstabilste auf dem österreichischen Markt während der ersten acht Jahre. Und auch wenn Dacia keine klassische Fuhrparkmarke ist, für die eine oder andere Flotte wäre der Sandero eine echte Alternative.

Die FLOTTEN-Check-Bilanz

Der Dacia Sandero ist zwar einfach gestrickt, dadurch aber robust und zudem unschlagbar günstig, erst recht unter Berücksichtigung der Serienausstattung, darüber hinaus punktet er auch beim Restwert. Motorisch muss er sich dem Mitbewerb allerdings geschlagen geben, die sind sparsamer und durchzugskräftiger. Ein Tipp: Auf den 90-PS-Turbobenziner upgraden!

Der Hyundai i20 ist das modernste Auto dieses Quartetts, fünf Jahre Garantie ohne Kilometerbegrenzung sind auch ein starkes Argument. Das Basismodell lässt allerdings kaum Raum für Individualisierung durch Extras.

Der Kia Rio wird demnächst seine Ablöse erfahren. Die gute Ausstattung, sieben Jahre Garantie sowie der größte Kofferraum im Vergleich lassen ihn aber nach wie vor nicht zum alten Eisen gehören.

Der Nissan Micra hat im Vergleich zur früheren Generation deutlich an Beliebtheit eingebüßt, am Preis kann das aber nicht liegen, ist er doch am knappsten am Dacia dran. Die Qual der Wahl bei der Ausstattung entfällt, es gibt lediglich ein Paket.











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