Ausgabe
05
2016


Service

Der Faktor Mensch

Henning Heise ist Geschäftsführer der fleetconsulting GmbH und unabhängiger Fachmann im Flotten-und Fuhrparkbereich. Er steht vielen Firmen beratend zur Seite.

Die Folgekosten von Unfällen, und wir reden hier ausschließlich von Unfällen ohne Personenschaden, erhöhen die Vollkosten eines Fahrzeugs in der Regel zwischen 10 und 30 Prozent. Ein Unfall bringt weder dem Unternehmen noch dem Mitarbeiter etwas Vorteilhaftes, im Gegenteil, er kostet Geld und vor allem auch Zeit.

Drei-bis viermal so hohe Quote

Die Quote der Unfallschäden liegt bei Unternehmen circa drei-bis viermal so hoch wie bei Privatpersonen. Warum ist das so und was kann man dagegen tun? Es gibt viele technische Hilfsmittel wie Park Distance Control, Frontkamerasysteme, Bremsassistenten u. v. m., die helfen können, die Anzahl der Schäden zu reduzieren,aber der größte Einflussfaktor ist und bleibt der Mensch, der Fahrer.

Der Fahrer hat den größten Einfluss

Er verursacht Unfälle oder er vermeidet sie. Er hat es durch seine Fahrweise in der Hand, wie risikoreich oder -los er unterwegs ist. Doch was sind die Hauptgründe für die hohe Anzahl von Unfällen im gewerblichen Bereich? In erster Linie ist es heute das Smartphone, gefolgt von der Unachtsamkeit. Circa 70 Prozent der Unfälle sind sogenannte Klein-oder Bagatellschäden mit einer Schadenshöhe bis circa 1.200 Euro, ihre Ursache liegt meist darin, dass der Fahrer abgelenkt oder unkonzentriert war. Hat der Lenker einen Unfall, füllt er den Unfallbericht aus, gibt ihn im Unternehmen ab und lässt das Fahrzeugreparieren. Die Firma zahlt den

Selbstbehalt und trägt auch die sonstigen Kosten, die n i c h t durch die Versicherung abgedeckt sind. Der Mitar-beiter bekommt in der Regel davon nichts mit. Er weiß in den m e i s t e n Fällen gar nicht, welche Kosten in Summe entstehen und diese sind beachtlich. Analysen haben gezeigt, dass sich die gesamten Kosten eines simplen Schadens auf 1.200 bis 1.700 Euro, wenn kein Personenschaden entsteht, belaufen. Die Kosten setzen sich aus dem Selbstbehalt, der Wertminderung am Fahrzeug, Kosten für Ersatzmobilität und der entgangenen Arbeitszeit sowie der Zeit für die Bearbeitung des Schadens zusammen. Ein möglicher Geschäftsentgang durch verpasste Termine ist dabei noch gar nicht eingerechnet. Der Mitarbeiter kennt die Kosten nicht und ist auch meist der Meinung, dass der Firma kein Schaden entsteht, denn sie ist ja eh Kasko versichert ...

Die Lenker einbinden undüber die Kosten informieren

Bei Projekten zur Reduktion des Schadensaufkommens ist eine der wirkungsvollsten Maßnahmen die Einbindung des Fahrers durch Transparenz. Hierbei wird dem Mitarbeiter aufgezeigt, wie viele Schäden jedes Jahr auftreten und was diese dem Unternehmen tatsächlich kosten. Das Geld geht dem Unternehmen beim Gewinn ab beziehungsweise nimmt es ihm Spielraum bei Investitionen.

Große Erfolge konnten auch mit Incentive-Programmen erzielt werden. Zum Beispiel werden die im Vergleich zum Vorjahr eingesparten Aufwendungen durch die reduzierte Anzahl beziehungsweise durch die Verwendung von alternativen Reparaturmethoden zwischen dem Unternehmen und den in der Periode schadenfreien Mitarbeitern, in einem vorher definierten Verhältnis, geteilt. Der Mitarbeiter profitiert somit davon, dass er Kosten vermeidet und dem Unternehmen senkt es Aufwendungen, die Versicherung hat wiederum für weniger Schäden aufzukommen, was den Schadensverlauf senkt. Damit entsteht eine Win-win-win-Situation.

Technische Hilfsmittel und Fahrertrainings sind sinnvoll

Begleitend sollten hierzu auch technische Hilfsmittel eingesetzt und Fahrsicherheitstrainings absolviert werden. Das zeigt dem Mitarbeiter, dass es dem Unternehmen ernst ist und es Fahrer mit der Problematik nicht allein lässt, sondern ihn aktiv unterstützt. Es sollte dem Mitarbeiter auch vor Augen geführt werden, dass er durch sein Verhalten und Mittun einen großen Anteil am zusätzlichen Ertrag des Unternehmens aktiv beeinflussen kann und letztlich davon profitiert.

Ein Unfall kostet rund einen Manntag

Unfälle kosten auch die Zeit des Fahrers, denn sie kosten ihn wertvolle Arbeitszeit. Diese fehlt für die Ausübung der Tätigkeit oder müssen durch Mehrstunden kompensiert werden. Auswertungen haben gezeigt, dass ein Unfall und die Aufarbeitung in Summe circa einen Manntag in Anspruch nehmen, 50 Prozent beim Fahrer und 50 Prozent beim Bearbeiter.

Kosten langfristig senken

Der Mensch bleibt der größte Einfluss-faktor im Bereich des Unfalls und wenn es gelingt, ihn positiv zu beeinflussen, das heißt, zu einer vorausschauenden Fahrweise zu veranlassen und er aktiv mitarbeitet, können hier hohe Kosten vermieden werden.











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