Ausgabe
01
2016


Umwelt

Der Baumeister als E-Pionier

Seit März 2014 setzt das Waldviertler Bauunternehmen Alpson auf zwei Tesla Model S. Den weiteren Fuhrpark zu elektrifizieren, hat sich aber als schwierig entpuppt.

Nicht der BMW i3 und auch nicht der Renault Zoe, das meistverkaufte Elektroauto 2015 inÖsterreich ist mit großem Abstand das Tesla Model S mit knapp 500 Einheiten. Einer der ersten Fahrer dieses Modells war der Horner Bauunternehmer Ing. Christian Melber, die Entscheidung für den Tesla fiel kurzfristig: "Unsere Pickups waren in die Jahre gekommen und ich habe mit meinem Partner Paul Zehetbauer überlegt, welche neuen Fahrzeuge wir anschaffen. Da kamen auch E-Autos ins Spiel."

Bereits am nächsten Tag war klar, dass lediglich das Tesla Model S das Kriterium erfüllt, nach einem weiteren Tag wurden zwei Fahrzeuge geordert. Und auch wenn die Fahrzeuge preislich der Oberklasse angehören, einen Luxusartikel sieht der Baumeister in den Autos nicht: "Wir haben die Fahrzeuge ja nicht zum Angeben, sondern wollen damit ein Zeichen setzen. Und aktuell gibt es in Sachen Reichweite noch keine Alternative zum Tesla." Als Signal an die Kunden wurden auch die Preise zwei Jahre lang nicht angehoben, mittlerweile überwiegt der Zuspruch der Skepsis deutlich.

Regionale Wertschöpfung im Fokus

Stolze 44.000 Euro Spritkosten verursacht der gesamte Fuhrpark von Alpson im Jahr, allein die beiden Pickups kamen auf 7.000 Euro jährlich. "Wir sind ein regionales Unternehmen und daran interessiert, dass die Wertschöpfung regional oder zumindest im Land bleibt. Und mit fossilen Brennstoffen ist das, wie wir wissen, nicht zu machen." Nach nicht einmal zwei Jahren zeigt der Tacho von Melbers Model S bereits über 88.000 Kilometer an, auch wenn es das ein oder andere Problem gab, der Horner würde sich sofort wieder für das Auto entscheiden: "Die Beschleunigung macht einfach riesigen Spaß und auch die Verarbeitung hat sich als ordentlich erwiesen."

Der Baumeister hat sich zum echten Elektro-Pionier entwickelt, selbst Auslandstermine in Rom und Brüssel wurden schon absolviert: "Besonders in Italien ist es aber abseits der Tesla-Supercharger schwer, öffentliche Ladestationen zu finden. Ich musste sogar ein italienisches Konto eröffnen, um eine Ladekarte zu bekommen, da wäre ein Roaming wünschenswert." Gleich mehrere Apps (Bild) zählen daher zur Pflichtausstattung, vor allem bei weiteren Reisen.

E-Pritschenwagen schwierig

Etwas enttäuscht zeigt sich Melber von den Schwierigkeiten, auch den weiteren Fuhrpark sukzessive zu elektrifizieren: "Da es herstellerseitig aktuell noch keinen elektrischen Pritschenwagen mit rund 350 Kilometer Reichweite gibt, haben wir gemeinsam mit der oberösterreichischen Firma Kreisel ein eigenes Projekt gestartet. Leider hat sich keine Bank gefunden, die die Fahrzeuge finanziert und auch die Herstellerfirma der Autos hat plötzlich kalte Füße bekommen. Dabei wäre so ein Fahrzeug doppelt interessant, schließlich könnte man beim Start einer Baustelle den Baustrom aus dem Fahrzeug entnehmen,was uns wesentlich unabhängiger machen würde."

Garage als Wohnraum

Beim Hausbau sieht Melber durch die E-Mobilität ebenfalls Potenzial: "Die Garage ist für mich künftig ein erweiterter Teil des Wohnraums - etwa für Familienfeiern - der sich zum Wohnzimmer hin öffnen lässt. Gestank gibt es ja keinen mehr und auch die Auflagen sind einfacher als bei Autos mit Verbrennungsmotoren." Und er sieht auch Zukunft für Batterien, die aus alten E-Fahrzeugen stammen: "Die lassen sich künftig in die Haustechnik integrieren etwa als Zwischenspeicher für Photovoltaik-Anlagen."











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