Ausgabe
01
2016




Reifeprüfung bestanden

Der neue "Flüsterdiesel" rundet den gereiften Opel Insignia perfekt ab. Besonders als allradgetriebener Country Tourer kann der Rüsselsheimer im Alltag überzeugen.

Manche Autos sind wie ein guter Wein. Erst mit den Jahren offenbaren sie, wie gut sie wirklich sind. Im Fall des Opel Insignia gilt: Der Wagen strahlt heute mehr denn je eine unglaubliche Souveränität aus. Und fährt sich auch so. Das gilt für die Limousine, den gewöhnlichen Sports Tourer und im Speziellen für den um drei Zentimeter höher gelegten Country Tourer mit Allradantrieb, der seit 2013 das Portfolio komplettiert und den wir für den aktuellen Test ausgefasst haben. Doch wasist neu an dem Wagen? Das Herzstück, der 170 PS starke Biturbo-Motor, den Opel kokett als "Flüsterdiesel" verkauft.

Hochkultivierter Selbstzünder

Und in der Tat, das neue Aggregat ist auf allen Drehzahlniveaus unter Last und im Leerlauf deutlich kultivierter als das Vorgängermodell. Der zwei Liter große Selbstzünder drängt sich akustisch eigentlich nur beim brachialen Ampelspurt in den Vordergrund - und der will schließlich provoziert sein. Bei höherem Tempo wie auf der Landstraße oder auf der Autobahn bleibt er dank dicker Dämmung stets im Hintergrund. Kurz: Der nunmehr wirklich leise Innenraum spendiert dem Insignia noch ein Stück Langstrecken-Klasse. Auch was die Trinksitten angeht, hat er einen Gang zurückgeschaltet: Im Alltag muss man mit etwa 6,8 Liter rechnen, was angesichts von Größe, Gewicht und Allradantrieb ein mehr als respektabler Wert ist. Im Test kamen wir mit einer Tankfüllung jedenfalls fast 950 Kilometer weit.

Tadelloser Gesamteindruck

Neben der hohen Reichweite und dem starken Durchzug (kein Wunder bei 400 Newtonmeter Drehmoment) prädestinieren jedoch auch die komfortabelsportliche Fahrwerksabstimmung, die hervorragenden, achtfach verstellbaren Sitze und vielerlei luxuriöser Aufputz (Lenkradheizung, Panorama-Schiebedach, Nappa-Vollleder, Rückfahrkamera, Fernlichtassistent, OPC-Line-Paket, radargestützter Tempomat etc.) denWagen zum Liebling von Vielfahrern. Allerdings gibt es auch Kritikpunkte: So ist zwar die Multimedia-samt Navigationseinheit fast immer funktional und logisch zu bedienen, allerdings stört sich das verwöhnte Auge dann doch an der etwas niedrigen Auflösung. Wobei das auch schon einer der wenigenAspekte ist, an dem man dem Insignia seine Reife tatsächlich anmerkt.

Das gefällt uns: der kräftige Biturbo-Diesel, die Kultiviertheit des Wagens

Das vermissen wir: eine höhrere Displayauflösung

Die Alternativen: VW Passat Alltrack, Skoda Superb Scout











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