Ausgabe
01
2016


Service

Geräumiger X-Einstieg

Nach dem 2er Active und Gran Tourer vollzieht BMW nun auch beim X1 einen Paradigmenwechsel. Setzte man beim Vorgänger noch auf Hinterradantrieb mit zuschaltbarer Vorderachse, ist es beim neuen Einstiegs-SUV genau umgekehrt. Was das in der Praxis bedeutet und wie sich der Bayer im Vergleich zum Mitbewerb schlägt, hat FLOTTE&Wirtschaft für Sie herausgefunden.

BMW stand jahrzehntelang für Hinterradantrieb und formidable Sechszylinder-Benziner. Zwar sind beide Erfolgszutaten auch heute noch zu haben, nicht zuletzt dank des Dieselbooms und des Downsizing-Trends ist der Sechszylinder Benziner aber zumindest hierzulande zum Nischenprodukt geworden. Und auch beim Antrieb hat sich in den letzten Jahren viel getan. Der Allrad-Anteil steigt steil und auch der Frontantrieb - für BMW-Fans ein Sakrileg - hält Einzug. Erstes Modell war der 2er Active beziehungsweise Gran Tourer, der sich dennoch großer Beliebtheit erfreut und zudem BMWs erster Minivan ist.

Frontantriebsbasis kein Nachteil

Aber auch der neue X1 schickt seine Kraft ab sofort standardmäßig an die Vorderräder. Wer zum xDrive-Allrad greift, der kann im Falle eines Traktionsverlustes auf eine sich automatisch zuschaltende Hinterachse verlassen. Bis dato war das umgekehrt, kein Wunder also, dass sich der ein oder andere X1-Fahrer nun Sorgen um die vermeintlich nur mit Hinterrad mögliche Agilität macht. Eines gleich vorweg, wir können Entwarnung geben. BMW ist es gelungen, das Fahrverhalten so auszulegen, dass man in der Praxis kaum etwas von der Umstellung merkt, zumindest beim xDrive-Modell. Drohender Traktionsverlust wird im Keim erstickt und ob sich nun die Hinterzur Vorder- oder die Vorder- zur Hinterachse zuschaltet, am Ende des Tages bleibt es Allradantrieb.

Spürbarer Mehrwert gegenüber dem Vorgänger

Das Modellangebot des neuen X1 ist groß, drei Benziner und drei Diesel stehen zur Wahl, mit Ausnahme des jeweiligen Grundmodells ist Allrad entweder serienmäßig oder optional. Unser xDrive20d hat sowohl 4x4 als auch das formidable 8-Gang-Automatikgetriebe serienmäßig mit an Bord, was sich auch im Einstiegspreis niederschlägt. Unter 42.450 Euro geht nichts, wohnlich eingerichtet kam das Testauto auf über 54.000 Euro. Eine schöne Stange Geld, noch dazu für das kleinste X-Modell von BMW, werden Sie nun vielleicht sagen. Ohne die Preispolitik der Bayern in Schutz zu nehmen, man bekommt mit dem neuen X1 spürbar mehr fürs Geld als das beim Vorgänger der Fall war.

Überraschend geräumig

Über Geschmack kann man vortrefflich streiten, der Auftritt der zweiten Generation wirkt aber auf den ersten Blick hochwertiger. Wer nicht genau hinsieht, könnte auch meinen, einen X3 vor sich zu haben. Dass die Länge um einen Zentimeter geschrumpft ist, möchte man zunächst gar nicht glauben. Und erst recht nicht, wenn man einen Blick in den Innenraum des neuen X1 wirft. Wer mit einem knapp geschnittenen Fond rechnet, wird regelrecht überrascht, die Beinfreiheit erlaubt selbst großen Erwachsenen ein komfortables Reisen. Möglich wird das nicht zuletzt aufgrund der längs verschiebbarenRücksitze, die - je nach Bedarf -mehr Platz für die Passagiere oder für das Gepäck freigeben. Doch selbst in der hintersten Stellung bleibt der Kofferraum üppig. 505 bis 1.550 Liter (85 bzw. 200 Liter mehr als beim Vorgänger) sind eine nicht minder starke Ansage. Unterm Strich stellt der X1 sogar den größeren X3 infrage, der nur ein paar Liter mehr schafft.

iDrive bleibt weiter der Maßstab

Bleiben wir noch sitzen, im neuen X1. Das Cockpit kennt man inähnlicher Form aus der 1er-Reihe und dem 2er-Tourer, auch wenn man sich hier und dort etwas hochwertigere Materialien wünschen würde, ergonomisch kann BMW nach wie vor keiner das Wasser reichen. Die perfekte Sitzposition ist - zumindest auf den unbedingt zu empfehlenden Sportsitzen - schnell gefunden, das einst gescholtene iDrive-System ist weiter unerreicht. Die Bedienung von Navi, Telefon, Radio und so weiter ist intuitiv, abgerundet wird das Ganze durch eine hervorragende Sprachsteuerung. Egal ob die Zieleingabe oder das Wählen einer Telefonnummer, das System leistet sich so gut wie keine Schnitzer.

Auf Wunsch wird spritsparend gesegelt

Womit wir beim Triebwerk - dasübrigens im BMW-Motorenwerk Steyr gebaut wird - angelangt wären. 190 PS sind eine feine Sache, wenngleich man auch mit dem 150 PS starken 18d gut über die Runden kommt. Satte 400 Newtonmeter Drehmoment sorgen für Dampf aus dem Drehzahlkeller, nach nur 7,6 Sekunden zeigt der Tacho Tempo 100. Das8-Gang-Automatikgetriebe ist dabei die ideale Ergänzung, wechselt es die Gänge doch fast unbemerkt und ohne Zugkraftunterbrechung. Mit dem Fahrerlebnisschalter lassen sich die drei Modi "Comfort","Sport" und "Eco Pro" abrufen, die sich vor allem auf die Motorcharakteristik auswirken. Der Eco-Modusist im Alltag völlig ausreichend und bietet zudem einen Segelmodus. Nimmt man den Fuß vom Gas, wird das Getriebe vom Motor getrennt und man nutzt die kinetische Energie zum Rollen.

Niedriger Verbrauch und Sachbezug

Das wirkt sich - richtig eingesetzt - natürlich auch auf den Spritverbrauch aus. Knapp über sechs Liter sind in der Praxis jedenfalls ein starkes Statement für das Package. Schade nur, dass man bei jedem Start den Eco-Pro-Modus aufs Neue aktivieren muss. In Anbetracht der vielfältigen Features und Möglichkeiten, die das bordeigene Menü bietet, sollte es kein Problem sein, seinen präferierten Fahrmodus als Standard festzulegen. Was den Komfort betrifft, so ist der X1 mehr in Richtung Agilität abgestimmt, was vor allem bei größeren Rad-Reifen-Kombinationen spürbar wird. Etwas Abhilfe schafft die optionale, dynamische Dämpfer-Kontrolle.

Unterm Strich weiß der X1 trotz seines hohen Preises durchaus zu überzeugen und mit einem CO2-Ausstoß von 128 Gramm/km bleibt man auch beim Sachbezug auf der günstigeren Seite.

Flotten-Check

Wie der neue BMW X1 bei Preisen und Ausstattung sowie dem Restwert im Detail-Vergleich zu den Mitbewerbern vom Schlage eines Mercedes GLA, Audi Q3 und Range Rover Evoque abschneidet, sehen Sie auf der rechten Seite.

Die FLOTTEN-Check-Bilanz

Der neue BMW X1 hat nicht nur optisch, sondern vor allem auch beim Platzangebot spürbar dazugewonnen. Mit 505 Liter Kofferraumvolumen muss er sich nur dem Range Rover Evoque geschlagen geben, beim maximalen Stauraum ist er mit 1.550 Litern top. Auch beim Verbrauch gibt er knapp den Ton an, die für den Sachbezug relevante Grenze von 130 Gramm CO2/km schaffen alle vier Modelle.

Preislich markiert der Audi Q3 die Spitze, bringt mit dem serienmäßigen Komfortpaket aber viele Extras ohne Aufpreis mit. Mercedes GLA und BMW X1 liegen in etwa gleichauf, der GLA hat zwar 14 PS weniger, dafür serienmäßig ein 7-Gang-Automatikgetriebe. Beim Wertverlust liefern sich abermals X1 und Q3 ein enges Match, knapp dahinter der GLA, etwas abgeschlagender Range Rover Evoque. Der punktet dafür mit umfangreicher Serienausstattung und der mit Abstand höchsten Zuladung, die etwa den Mercedes um stolze 205 Kilogramm übertrifft. Da die Wartungs- und Verschleißkosten dieses Mal leider nur für zwei Fahrzeuge vorlagen, haben wir auf eine Veröffentlichung verzichtet.











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