Ausgabe
11
2015


Lkw

Ladungssicherung Heute und Morgen

Nur eine gut gesicherte Ladung garantiert Sicherheit. Das gilt im Transportgewerbe auch in der Zukunft.

Wie entwickelt sich das Thema Ladungssicherung? Beginnen die einzelnen Maßnahmen bereits zu greifen und was gibt es auf der technischen Seite Neues? Im Gespräch mit Ing. Konrad Rainer, Bereichsverantwortlicher Ladungssicherung bei der ÖAMTC Fahrtechnik.

FLOTTE&Wirtschaft: Die letzten Jahre haben enorme Fortschritte beim Thema Ladungssicherung mit sich gebracht. Verantwortlich dafür sind in erster Linie die hohen Strafen und die bessere Ausbildung. Wie geht es weiter?

Ing. Konrad Rainer: Die Fortschritte sind sicherlich sehr groß gewesen, aber immer noch ist es ein weiter Weg bis zur gewünschten Sicherheit. Der Teufel liegt bekanntlich im Detail und im Durchhaltevermögen. So werden heute schon sehr oft die richtigen Methoden gewählt, aber die eingesetzten Mittel werden manches Mal noch nicht richtig eingeschätzt.

Die verbesserte Ausbildung hat dazu beigetragen, dass Fahrer jetzt williger an das Thema herangehen. Doch weil es im Ausbildungswesen sehr unterschiedliche Qualitäten gibt, kommt es immer noch vor, dass Fahrer zwar wissen, was sie tun müssen, aber nicht wirklich wie. Dies ist vor allem deshalb so, weil die Aus-und Weiterbildung in vielen Fällen auf die praktische Umsetzung der Inhalte verzichtet. Gerade diese Ausbildung bedarf aber einer praktischen Wissensvermittlung, damit die Fahrer begreifen, wie die verschiedenen Methoden funktionieren.

Der nächste Schritt sollte sein, die Ausbildungen nicht mehr allgemein vorzunehmen, sondern den Fahrer speziell auf die transportierten Ladegüter einzuschulen. Ebenso sollte das Thema Verpackung angegangen werden, da es bei der Ladungssicherheit eine wesentliche Rolle spielt.

Wie haben die Lkw-Hersteller auf das gesteigerte Sicherheitsbewusstsein reagiert? Gab es Adaptierungen in Form zusätzlicher Befestigungsmöglichkeiten? Oder waren die ohnehin schon da und wurden einfach nicht genutzt?

Vonseiten der Lkw-Hersteller gibt es viele Bemühungen und Entwicklungen, dem Thema Ladungssicherung Herr zu werden. Einzig das Transportwesen könnte hier diese Möglichkeiten nutzen, tut dies aber in vielen Fällen nicht, weil dann die Einsatzmöglichkeiten eines Fahrzeuges eingeschränkt werden könnten. Es wird also eher und häufiger mit Zurrmitteln gesichert, was einen sehr hohen Zeitaufwand mit sich bringt.

Welche Fortschritte gibt es bei den Gurten in Sachen Material, Gewicht und Handhabung?

Zurrgurte gibt es heute schon in so vielen verschiedenen Versionen, dass man nicht einfach einen Gurt bestellt. Es wird für den Anwender daher nicht einfacher. Um einige Beispiele zu nennen: Die Ratsche, die ein seitliches Einfädeln zulässt, ohne dass man die gesamte Gurtlänge durchziehen muss Die Schwerlastratsche mit eingebautem Vorspannmessgerät Ratschen zum schrittweisen Öffnen zur Sicherheit für den Anwender Ratschen mit verstellbaren Gurtlängen am Festende Ratschen mit abnehmbaren Hebeln Gurtbänder mit verschiedenen Qualitäten wie Abriebschutz und Kantenschutz Dünnere Gurtbänder für höhere Vorspannkräfte

Netze für die Ladungssicherung im Lkw einzusetzen, ist aktuell noch ein Nischenprogramm. Wird sich das ändern und bedarf es dafür dann neuer Befestigungspunkte?

Netze werden sich nicht zum Massenprodukt entwickeln. Das Problem besteht darin, dass das Netz, wenn nicht perfekt geplant ist, für einen Fahrer immer sehr schwierig zu montieren ist. Er benötigt dazu Helfer, die es aber meist nicht gibt. Netze sind auch nicht so flexibel einzusetzen, wie es oftmals dargestellt wird. Die Verletzungsgefahr des Netzmaterials ist ebenso gegeben wie bei Gurten, nur sind die Ersatzkosten um einVielfaches größer als bei anderen Materialien. Fix montierte Netze wären gut, aber behindern oft bei der Beladung. Summa summarum sind Netze auch in Zukunft nur in speziellen Bereichen einsetzbar.

Wir sprechen vom selbstfahrenden Lkw in naher Zukunft. Wird auf diesem auch die Ladung automatisch verzurrt werden oder muss da weiterhin der Fahrer ran?

Soweit ich erst vor Kurzem bei einem interessanten Vortrag hören musste, wird dieser Aspekt von den Lkw-Herstellern noch nicht betrachtet. Dabei ist dieser Punkt ein sehr spannendes Thema. Im Gegensatz zum Fahrer haben die automatischen Systeme nicht das Denken an "seine Ladung". Kurven werden daher mit einer scheinbar passenden Geschwindigkeit angesetzt und erst wenn das System erkennt, dass der Lkw "etwas erlebt", reagiert es auf den Fehler. Das ist aber für eine un-oder schlecht gesicherte Ladung absolut kontraproduktiv.











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