Ausgabe
07
2014


News

Tempobremse

Nicht aus den Schlagzeilen kommen von den Bundesländern verordnete Tempolimits sowohl im Ortsgebiet als auch auf Autobahnen. Die Sinnhaftigkeit im Hinblick auf Emissionssenkungen ist allerdings mehr als fragwürdig.

Für heftige Debatten sorgen die mittlerweile österreichweit zusehends inflationär verordneten Tempo-30-Zonen -unter anderem auch mit der Begründung, Tempo 30 würde zur Reduktion der von Fahrzeugen ausgestoßenen Schadstoffe führen - in Wohngebieten. Wie sich in einer kürzlich präsentierten -von der TU-Wien durchgeführten -Studie herausstellte, scheinen sich die Befürworter derartiger Tempolimits zumindest in puncto Emissionen zu irren: Denn die Untersuchung (siehe auch Kasten rechts) bestätigt, was viele Autofahrerinnen und Autofahrer bereits lange vermutet haben: Insgesamt konnten keine schlüssigen Emissionsvorteile für Tempo 30 gefunden werden. Bei realistischeren Annahmen mit Schwellen, Fahrbahnversetzungen oder bewusst gesetzten Engstellen falle, so die Studienautoren, der Emissions-Nachteil für Tempo 30 noch wesentlich deutlicher aus.

Auch Autobahnen im Visier

Doch auch das hochrangige Straßennetz nehmen Landesregierungen nun ins Visier: Tirols schwarz-grüne Landesregierung beschloss eine, vorerst für ein Jahr befristete, Tempo-100-Regelung, die auf Tirols Autobahnen ab Herbst 2014 gelten soll. Diese gilt dann auf der Inntalautobahn (A12) zwischen Kufstein und Zirl, zwischen Karrösten und Zams und auf der Brennerautobahn (A13) zwischen Innsbruck und Schönberg.

Laut Landeshauptmann Günther Platter habe man sich zu diesem Schritt vor allem deshalb entschlossen, weil Ärzte den politisch Verantwortlichen geraten hätten, etwas gegen die "Gesundheitsgefährdung der Tiroler zu unternehmen". Einmal mehr wurde die Einführung dieser Maßnahme mit der hohen Schadstoffbelastung begründet. Im Gegenzug für die 100-km/h-Beschränkung könne Tirol das sektorale Fahrverbot für Lkws mit bestimmten Gütern wieder einführen. Dieses würde genau ein Jahr nach dem 100er, im Herbst 2015, inkraft treten.

Anreize statt Tempolimits

Harsche Kritik am geplanten Tempo-100-Test auf Tirols Autobahnen kommt von ARBÖ-Sprecher Mag. Kurt Sabatnig: Diese Entscheidung des Tiroler Landtags habe mit zukunftsweisender Verkehrspolitik nicht viel zu tun. "Aktuelle Studien zu Tempo 30 statt 50 oder Tempo 80 statt 100 in Salzburg haben gezeigt, dass in Bezug auf Emissionen keine nennenswerten Reduktionen zu erwarten sind." Das werde beim 100er-Test in Tirol nicht anders sein. Dies sollte man auch ein Mal zur Kenntnis nehmen und nicht mit starrer Tempobremse den Autofahrern und Pendlern das Leben schwer machen. Sabatnig schlägt vor, Anreize und stärkere Förderungen zum Umstieg auf Fahrzeuge mit alternativen umweltfreundlichen Antriebssystemen (Hybrid, Erdgas, Elektro, Wasserstoff) und auf Fahrzeuge der Euro-6-Abgasklasse zu schaffen und damit wesentlich rascher und effizienter zur Verbesserung der Luftqualität beizutragen.

Auch Tempo 80 bringts nicht

Laut Meinung des AutofahrerklubsÖAMTC würde auch die von der Salzburger Landesregierung probeweise im Frühjahr verordnete Tempo-80-Regelung die Falschen treffen. "Benzin-Pkws, die etwa ein Viertel des Verkehrs auf der A1 bei Salzburg ausmachen, sind von Tempo 80 betroffen, obwohl sie praktisch keine Stickoxide ausstoßen. Zudemzeigen die Messwerte, dass zwei Drittel der schädlichen NO x -Emissionen durch den Güterverkehr verursacht werden", erläutert Bernhard Wiesinger, Chef der ÖAMTC Interessenvertretung. "Drei Viertel davon sind Schwerverkehr -dieser war bereits vor der Probephase auf 80 km/h reglementiert", sagt Wiesinger. Zwischen 6 und 7 Prozent betrug die Reduktion der Schadstoffe gegenüber der dort geltenden Tempo-100-Regelung. Dennoch will die Salzburger Umweltlandesrätin an Tempo 80 festhalten, die von einem "großen Erfolg" spricht. Bereits im November könnte dann (nach der Errichtung einer Verkehrsbeeinflussungsanlage durch die ASFINAG) zumindest ein flexibles Tempo-80 gelten.











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