Jun
03
2014


Umwelt

Mehr Schadstoffausstoß durch Tempo 30

Anstatt versprochenener Emissionsreduktionen birgt ein generelles Tempolimit von 30 km/h im Ortsgebiet die Gefahr, dass der Schadstoffausstoß sogar steigt.

Im Rahmen einer Untersuchung der TU Wien zeigte sich, dass „selbst unter den günstigsten Annahmen“ (nämlich bei einem gleichmäßigen Verkehrsfluss) kein Rückgang der Schadstoffbelastung zu erwarten ist. Zwar könnten die CO2-Emissionen des Schwerverkehrs um bis zu 18 % sinken, bei Pkw sei aber ein Mehrausstoß von mindestens 10 % zu erwarten.

 

In Summe ergebe sich auf Basis des aktuellen Fahrzeugbestands eine Emissionserhöhung um 6 %, im Jahr 2015 sei gar eine Zunahme um 8 % absehbar. „Bei realistischeren Annahmen mit Schwellen, Fahrbahnversetzungen oder bewusst gesetzten Engstellen fällt der Emissionsnachteil für Tempo 30 noch wesentlich deutlicher aus“, teilt der Österreichische Verein für Kraftfahrzeugtechnik (ÖVK) mit. Ähnliches gelte für andere Abgasklassen wie Partikel, NOx und NO2.

 

Ein weiteres, von (grün-) politischer Seite häufig ins Treffen geführtes Argument für Tempo 30 ist die Verkehrssicherheit. Auch darauf geht die Studie am Rande ein: „Das hohe technische Sicherheitsniveau moderner mehrspuriger Fahrzeuge – und dies gerade im unteren und mittleren Geschwindigkeitsbereich bis 65 km/h – lässt keine nennenswerten Änderungen in den Unfallfolgen erwarten“, meinen die Autoren.

 

Bemerkenswert sind nicht nur die Studienergebnisse selbst, sondern auch die Tatsache, dass sie breiten Widerhall in den Massenmedien fanden: Das ist normalerweise fast ausschließlich den notorisch autofeindlichen Aussagen des VCÖ vorbehalten, so unwissenschaftlich diese auch sein mögen. ÖVK, Industriellenvereinigung und Wirtschaftskammer haben mit der von ihnen in Auftrag gegebenen Studie bewiesen, dass zuweilen auch die Fakten gehört werden – wie über 25 „Treffer" in der Medienbeobachtung des branchennahen Forums „Mobilität.Freiheit.Umwelt“ (MFU) beweisen.

 

Philipp Hayder

 

Untenstehend können Sie die Studienergebnisse im Volltext abrufen.




www.oevk.at

Download zum Artikel:

  studie.pdf






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