Ausgabe
02
2014


Umwelt

E-Mobilität: Warum das Elektroauto Sinn hat und wo es hakt

Die Zulassungszahlen der Elektroautos stagnieren auf niedrigem Niveau, unter bestimmten Voraussetzungen kann das Antriebskonzept aber vor allem für Firmen interessant sein. Probleme machen weiter die Reichweite und die Infrastruktur.

Wirft man einen Blick in die Zulassungszahlen der Statistik Austria, so ist den Elektroautos nicht gerade ein rosiges Jahr 2013 zu attestieren. 654 Elektro-Pkws kommen auf einen Gesamtmarkt von 319.035 Fahrzeugen, auch wenn die Strom-Autos im Vergleich zu 2012 (427 Stück) leicht zulegen konnten, rollen sie nach wie vor in homöopathischen Dosen von den Höfen der Händler. Dabei hat sich in den letzten 2 bis 3 Jahren viel getan. Waren die E-Autos zu Beginn nicht nur technisch exotisch, sondern auch preislich wie von einem anderen Stern. Kleinstwagen für knapp40.000 Euro sind einfach keine Renner, ganz egal von welcher Antriebstechnologie die Rede ist.

Batterie kaufen oder mieten

Mittlerweile sind nicht zuletzt aufgrund der weltweit gesehen höheren Stückzahlen vor allem bei den Batterien die Preise gesunken. Die Akkus sind der große Preistreiber dieser Autos. Zwar haben sich Hersteller wie Renault daher zu einem Modell entschlossen, bei dem nur das Fahrzeug selbst gekauft, der Stromspender aber gemietet wird. Der Kaufpreis sinkt dadurch spürbar, die monatlich je nach Fahrleistung gestaffelten Batterieleasingraten muss man freilich dennoch bei den Gesamtkosten berücksichtigen.

Auch wirtschaftlich eine Alternative

Elektroautos sind zwar nach wie vor spürbar teurer als ihre konventionell betriebenen Pendants, erreichen aber nach und nach Regionen, wo zumindest im gewerblichen Bereich abzüglich von Förderungen (siehe Kasten) der ein oder andere Fuhrparkleiter ins Grübeln kommt. Auch kostenseitig können sich Elektroautos abhängig vom Einsatzgebiet durchaus rechnen, erst recht wenn die Steuerbelastung in wenigen Wochen wieder einmal spürbar wächst. Schließlich sind hier weder NoVA noch eine motorabhängige Versicherungssteuer zu berappen. Und die Unterhaltskosten betragen nur einen Bruchteil von klassischen Benzin-und Diesel-Automobilen. Geht man bei einer Kilowattstunde von einem Preis von rund 20 Cent aus, so kosten z. B. 100 Kilometer im VW e-up! lediglich 2,34 Euro, selbst beim 306 PS starken Tesla Model S ist man mit 4,40 Euro dabei.

Reichweitenproblematik

Fairerweise muss man die Tatsache berücksichtigen, dass die herstellerseitig angegebenen Reichweiten und somit Verbrauchswerte je nach Fahrweise, Topografie und Außentemperatur noch deutlich schwerer zu erreichen sind, als jene klassischer Verbrennungsmotoren. In der kalten Jahreszeit halbiert sich die Reichweite schon einmal, was umgelegt die Kosten verdoppelt, wenngleich auf immer noch akzeptablem Niveau. Deutlich problematischer ist der eingeschränkte Radius, den das Fahrzeug zurücklegen kann. Wer sich also für ein Elektroauto entscheidet, der muss sich ganz genau überlegen, wie viele Kilometer er maximal zurücklegt undob es die Möglichkeit gibt, das Fahrzeug zwischendurch wieder aufzuladen.

Wo wird geladen?

Wer mit einer Ladung den ganzen Tag durchkommt, lädt die Akkus in der Nacht wieder auf. Wer größere Reichweiten benötigt, der ist ob der relativ langen Ladedauer - je nach Modell, Batterie und Ladestation bis zu 15 Stunden - auf eine der wenigen Schnellladestationen angewiesen. Hier wird der Akku in 30 Minuten auf 80 Prozent seiner Kapazitätgeladen. Die mitunter große Kunst ist es, überhaupt eine Ladestation zu finden. Auf die im Elektroauto gelisteten und angeblich laufend aktualisierten Stationen sollte man sich besser nicht verlassen, wie wir mehrmals leidvoll feststellen mussten. Während unserer Tests existierten viele Stationenschlichtweg nicht, oder waren nicht mit dem jeweiligen Steckertyp kompatibel. Und hat man es doch zu einer Ladestation geschafft, darf man sich auf andere Hürden einstellen.

Ladehemmung gehört zur Tagesordnung

So landeten wir zwar z. B. bei deröffentlichen Ladestation der Gemeinde Langenzersdorf, fanden am Wochenende aber die -nicht elektrisch betriebenen -Dienstfahrzeuge der Gemeinde auf den für E-Autos reservierten Plätzen wieder. Kompliment auch an die Messe Wien, wo just am ersten Tag der Vienna Autoshow sämtliche Ladestationen der Tiefgarage -und das sind immerhin mehr als zehn - abgesperrt wurden, angeblich für eine Firma. Dass man dafür auch hunderte andere freie Plätze hätte nehmen können, steht auf einem anderen Blatt. Wir haben trotz Absperrung Strom getankt und bei der Heimreise festgestellt, dass kein einziger Stellplatz benutzt war.

Ebenfalls untergekommen sind uns Ladestationen, die nicht oder nur teilweise funktionieren, wie etwa jene beim Amtshaus Hietzing. Trotz Wien-Energie-Branding erklärte man sich dort für nicht zuständig und schob den schwarzen Peter ans Amtshaus. Wer mit leerem Akku liegen bleibt, hat freilich wenig von alledem ...

Es gibt noch viel zu tun

Unterm Strich sind das aber leider alles Faktoren, die die Elektromobilität von einem echten Durchbruch abhalten. Auch wenn die Reichweite der Elektroautos langsam im Steigen begriffen ist -einige Modelle kratzen bereits an der (theoretischen) 200-Kilometer-Marke - ist vor allem eine flächendeckende und auch tatsächlich verfügbare Ladeinfrastruktur unbedingt vonnöten.

Einer der Vorreiter auf diesem Gebiet ist die Firma Smatrics, ein Zusammenschluss zwischen Siemens und dem Verbund (Kasten rechts). Wer wirklich emissionsarm oder sogar -frei unterwegs sein möchte, der muss freilich auch auf die Stromerzeugung achten. Denn ein Elektroauto kann nur dann sauber sein, wenn auch der Strom sauber -und nicht in Kohlekraftwerken - produziert wird.

Förderungen

Während Privatpersonen keinen Anspruch auf eine österreichweite Förderung beim Kauf eines Elektroautos haben, sieht es für Betriebe, Vereine und öffentliche Gebietskörperschaften besser aus. Bis zu 10 Elektroautos werden pro Unternehmen mit jeweils 2.000 Euro gefördert, wer Ökostrom verwendet, bekommt sogar 4.000 Euro. Einschränkungen gibt es für Fahrzeuge mit Range-Extender bzw. Plug-in-Hybride. Alle Details sowie die Förderungsanträge sind auf www.umweltfoerderung.at zu finden.

Die Bundesländer bieten teilweise weitere Förderungen an. In Wien etwa unterstützt die Wirtschaftsagentur KMU noch bis Ende 2014 beim Kauf eines Elektro-Nutzfahrzeugs mit bis zu 10.000 Euro, wobei maximal 3 NFZ gefördert werden.











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