Ausgabe
11
2013


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Der Selbstzünder als Selbstläufer

120 Jahre nach seiner Erfindung ist der Dieselmotor beliebter als je zuvor. Kein Wunder: Vor allem Vielfahrer wissen Alleinstellungsmerkmale wie den sparsamen Verbrauch und das hohe Drehmoment zu schätzen.

Rußende Auspuffe und ein Motorengeräusch wie bei einem Frachtschiff? "Wer daran denkt, ist wahrscheinlich alt genug, um sich an die Diesel der 80er-Jahre zu erinnern", schmunzelt Dr. Markus Heyn, Vorsitzender des Bereichsvorstands Diesel Systems bei der Robert Bosch GmbH. Die Experten des Zulieferkonzerns sprechen viel lieber vom "Clean Diesel" und verweisen auf die enormen Fortschritte, die im Laufe der Entwicklung vom Saugdiesel über Direkteinspritzung und Pumpe-Düse-Technologie bis hin zu modernen Common-Rail-Systemen erzielt wurden.

Sauber und sparsam

"Ein moderner Motor hat eine um rund 96 Prozent geringere Stickoxid-Rohemission und 98 Prozent weniger Partikelemissionen als ein Selbstzünder Anfang der 1990er-Jahre. Zudem sind Pkw-Dieselmotoren leiser geworden und akustisch kaum mehr von einem Benzinmotor zu unterscheiden", erklärt Heyn. Noch etwas spricht eindeutig für den Diesel: Sein Spritverbrauch (und damit der CO 2-Ausstoß) ist bis zu 25 Prozent niedriger als der eines Benzinmotors der gleichen Entwicklungsgeneration. Daher lohne sich der Diesel bei 50 Prozent aller aktuellen Fahrzeugmodelle schon ab einer Jahresfahrleistung von 10.000 Kilometern, rechnet man bei Bosch vor.

International beliebt

Am populärsten sind Dieselfahrzeuge bislang in Europa. Hier liegt der Anteil der Selbstzünder bei knapp 50 Prozent der Pkw-Neuzulassungen. Österreich konnte 2012 mit gut 56 Prozent sogar einen leicht überproportionalen Dieselanteil vorweisen. Wie sieht es international aus? In Indien bewege sich die Nachfrage prozentuell schon auf einem mit Europa vergleichbaren Niveau, berichtet Heyn. Nach China werde zwar gegenwärtig nur einer von Hundert Diesel-Pkw verkauft, hier gebe es aber große Wachstumschancen. "Fortschrittliche Dieseltechnik wie Common-Rail-Systeme könnten in Zukunft stärker nachgefragt werden." Am überraschendsten ist jedoch die Entwicklung in den USA, die bekanntlich seit Jahrzehnten das Mutterland der großvolumigen (und entsprechend durstigen) Benzinmotoren sind. Hier hält Heyn bis zum Jahr 2018 einen Pkw-Dieselmarktanteil von immerhin 10 Prozent für realistisch. Der "Diesel-Hybrid", also die Verbindung des Selbstzünders mit einem Elektromotor, könnte in Nordamerika besonders attraktiv sein.

Kluges Prinzip

Bei all diesen Fakten rund um den Dieselmotor bleibt noch eine Frage offen. Warum heißt er eigentlich, wie er heißt? Die einfache Antwort: Rudolf Diesel hatte am 23. Februar 1893 ein 13 Seiten langes Patent für einen Verbrennungsmotor eingereicht, bei dem das Luft-Kraftstoff-Gemisch nicht durch Zündkerzen, sondern allein durch eine sehr hohe Verdichtung entflammt wird. "Mein Motor macht noch immer große Fortschritte", schrieb Diesel wenig später in sein Tagebuch. Dass dieser Satz auch 120 Jahre später noch Gültigkeit hat, hätte sich der Erfinder wohl nicht träumen lassen.











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