Ausgabe
09
2013


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Gas geben und sparen

Mit Erdgas betriebene Kfz sind nach wie vor eine verschwindende Minderheit bei Neuzulassungen und im Bestand. Die Erwartungen der Hersteller sind derzeit dennoch optimistisch.

Mag. Wolfgang Brunner antwortet wie aus der Pistole geschossen. Das "Bauchgefühl, dass Gas explodieren könnte, die Angst, dass man nicht rechtzeitig eine Tankstelle finden könnte, ein undurchsichtiger Förderdschungel und die Skepsis des gelernten Österreichers" - der wisse nämlich genau, dass etwa Preisgünstiges automatisch Begehrlichkeiten im Finanzministerium weckt.

Die Frage an Herrn Brunner, seines Zeichens der Communications Director Austria der Fiat Group Automobiles Austria GmbH, war, warum mit Erdgas betriebene Autos inÖsterreich noch immer ein Mauerblümchendasein führen.

Noch überwiegen die Vorbehalte der Kunden

Den Fakten nach ist das jedenfalls so. Derzeit sind knapp weniger als 8.000 solcher Kfz im Bestand. Im Vorjahr wurden gerade einmal 465 Pkw und weitere 245 leichte Nutzfahrzeuge mit reinem (monovalentem) Erdgasantrieb oder mit bivalentem Antrieb (Erdgas und Benzin) neu zugelassen. Bei den Pkw war die Mehrheit mit monovalentem Antrieb bestückt, bei den Nutzfahrzeugen der Löwenanteil mit bivalentem System.

Brunner nennt indes noch 2 weitere Gründe. Zum einen wüssten viele potenzielle Kunden, die sich Sorgen um die Reichweite machen, gar nicht, dass die meisten Fahrzeuge (bei Fiat-Pkw sogar alle) als Reserve ohnehin einen Benzintank haben. Zudem kommen selbst reine Erdgasfahrzeuge heute schon deutlich über 400 km in der Reichweite. Undzum anderen dächten viele Interessenten, Erdgas-Kfz würden eher lahm sein. Das habe, sagt Brunner, zwar für die erste Generation auch gestimmt, heutzutage dagegen setzen fast alle Fahrzeuge auf Turboaufladung - oder wie beim VW Passat, sogar auf Kompressor plus Turbo. Die Fahrleistungen sind entsprechend.

Vorreiter Opel

Opel war 2001 mit der innovativen monovalentPlus-Technologie einer der Erdgas-Pioniere, wie Pressesprecher Josef Ulrich berichtet: "Die CNG ecoFLEX-Motoren von Opel sind für den Betrieb mit Erdgas, Biogas oder einer beliebigen Mischung daraus optimiert, sind aber auch mit Benzin zu fahren. Erdgas und Biogas sind deutlich günstiger als Benzin oder Diesel und -bezogen auf den gefahrenen Kilometer - der Grund, weshalb viele Kunden auf diesen Brennstoff zurückgreifen." Aber auch die Umweltfreundlichkeit ist ein nicht unerheblicher Aspekt. "Erdgas-Fahrzeuge stoßen bis zu 25 %weniger CO 2 und bis zu 80 %weniger NO x aus und sind zudem frei von Benzol sowie Rußpartikeln, so Ulrich weiter."

Amortisierung

Zurück zu den gerade im gewerblichen Einsatz wichtigen Kosten: 1 kg Erdgas (1 m³ entspricht 0,748 kg) kostet rund 1 Euro, 1 l Superbenzin zwischen 1,3 und 1,5 Euro. Dazu kommt, dass 1 kg Erdgas so viel Energie enthält wie 1,5 l Benzin oder 1,3 l Diesel.

Beim größten heimischen Fahrzeugimporteur Porsche Holding wird dazu eine sehr interessante Rechnung aufgemacht, die zeigt, dass der Erdgasvorteil noch größer sein kann als gedacht. Bei einem VW Move Up! ist die Amortisationsfrist noch relativ lang. Angenommen wurden dafür ein Erdgaspreis pro kg von 1,02 Euro, ein Benzinpreis von 1,41 Euro/l und ein Dieselpreis von 1,35 Euro. Die CNG-Version (68 PS) kostet 13.810 Euro Listenpreis, der Benziner (60 PS) 11.560 Euro. Durchschnittsverbrauch: 4,4 m³ bzw. 4,5 l/100 km. Laut einer umfassenden Studie, an der auch der ÖAMTC mitgewirkt hat, erreicht einErdgas-Pkw eine durchschnittliche Jahreskilometerleistung von 13.140 km. Auf diese Kilometerleistung umgelegt betragen die Treibstoffkosten bei CNG 462,34 Euro, bei Benzin 759,62 Euro.

Sparen ab dem 1. Kilometer

Das wirkt nicht sehr spektakulär. Aber: Betrachtet man einen VW Passat Variant (Comfortline) ergibt sich erstaunliches Bild. Der Erdgas-Kandidat 1.4 TSI Ecofuel (150 PS) kostet laut Liste 34.680 Euro. Der 2.0 TDI (140 PS) schlägt mit 34.260 Euro zu Buche, der Benziner 1.4 TSI (160 PS) mit 32.950 Euro.

Zieht man nun die (weithin unbekannten) Förderungen von Bund, Land oder sogar Gemeinde bzw. Energieversorger in Höhe von in der Regel gut 1.000 Euro ab, dann kommt der CNG-Passat sogar billiger als die Dieselversion.

Die Tankkosten für ein Jahr sähen so aus: Benziner 1.148,70 Euro, Diesel 818,41 Euro, Erdgas 704,02 Euro. Das bedeutet, dass der CNG-Kandidat sogar von Beginn weg günstiger im Betrieb ist, zumal annähernd die gleichen Servicekosten anfallen (sie sind beim CNG-Auto geringfügig höher).

Das Tankstellennetz wächst

175 Tankstellen für CNG gibt es derzeit in Österreich. In Wahrheit sind es mehr als 180, allerdings sind einige davon reine Betriebstankstellen und daher nicht öffentlich zugänglich.

Sicherheit

Geht es nach den Experten vomÖAMTC, so sind Sicherheitsbedenken bei Erdgasfahrzeugen unangebracht, wie Cheftechniker Dr. Max Lang erklärt: "Wenn ein Erdgasfahrzeug in Brand gerät, verhindern technische Vorrichtungen einen Überdruck oder eine Explosion des Erdgastanks."

Die Tanks müssen zudem umfangreiche Tests über sich ergehen lassen, bevor sie eine Freigabe bekommen. Und auch ein Einfahrtsverbot in Garagen gibt es nicht. Davon betroffen sind lediglich Autos mit Flüssiggas-Antrieb.











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