Ausgabe
09
2013


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Die Verbrauchs-Vision von nur einem Liter wird Realität

Volkswagen XL1. Erste exklusive Fahreindrücke am Steuer des sparsamsten Serienautomobils der Welt.

heißt die dritte Evolutionsstufe der 1-Liter-Auto-Strategie von VW. Dieses ambitionierte Projekt geht auf eine Vision von Ferdinand Piëch, den heutigen Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Volkswagen AG, zurück. Bereits 1998 wurde als erster Schritt der 3-Liter-Lupo auf dem Markt lanciert, 2002 und 2009 folgten die Prototypen "1-Liter-Auto" und "L1". Jetzt ist der österreichische VW-Boss der Realisierung seines Ziels einen weiteren Schritt näher gekommen.

Startschuss für Kleinserie

Derzeit sind 50 Stück des XL1 testweise in Berlin, Hamburg und Hannover unterwegs, mittelfristig sollen weitere 200 Einheiten folgen. Der Weg zu größeren Stückzahlen und einer größeren Verbreitung ist also noch weit. Als Technologieträger allererster Güte wird der XL1 manufakturähnlich im Volkswagen-Werk inOsnabrück gefertigt. Für Monocoque, Karosserieaußenteile und viele weitere Komponenten des Effizienz-Weltmeisters kommt karbonfaserverstärkter Kunststoff (CFK) zum Einsatz. Das spezifische Gewicht dieses Materials beträgt nur rund ein Fünftel einer vergleichbaren Stahl-Außenhaut -bei vergleichbarer Belastbarkeit und Steifigkeit. Den enormen Aufwand zur Umsetzung des derzeit sparsamsten und umweltschonendsten Automobils der Welt formuliert VW so: "Realisiert werden kann dieses Fahrzeug nur deshalb, weil sowohl im Bereich der eingesetzten Technologien als auch der Herstellung die Grenzendes Machbaren neu definiert wurden".

Erste Ausfahrt mit dem XL1

Gemeinsam mit einem dänischen Motorjournalisten-Kollegen durfte der Autor jüngst exklusive Fahreindrücke am Steuer des XL1 sammeln. Soviel vorab: "Die Grenzen des Fahrbaren" müssen nicht neu definiert werden. Wer das Fahren mit Automatik gewöhnt ist, hat den sparsamen VW schnell im Griff.

Wolfsburg ist bekanntermaßen die Kapitale der Volkswagen-Welt und hat das Kfz-Kennzeichen WOB. Auch mit Autos mit einheimischer Nummer kann man dort gehörig für Aufmerksamkeit sorgen. Auf "WOB XL 118" lautet die Zulassung des weißen Zweisitzers, der für viele verdrehte Köpfe und interessierte Blicke während unserer Testkilometer sorgt.

Am Parkplatz der "Autostadt" geht die Fahrt mit der Realität gewordenen Vision los. Dank der Flügeltüren hat das Entern des 1.153 mm niedrigen XL1 durchaus etwas Sportliches. Zum Vergleich: Der aktuelle Porsche Boxster ist 129 mm höher. Bei Länge und Breite liegt das 1-Liter-Auto in etwa auf dem Niveau des Polo.

Luftwiderstands-Weltmeister

Leicht versetzt nimmt auf dem Beifahrersitz Eike Feldhusen Platz. Er ist als Projektingenieur im XL1-Team tätig. Zu zweit genießen wir naturgemäß nicht das Platzangebot einer Großraumlimousine, fühlen uns im Cockpit des perfekten Aerodyna-

mikers (C w 0,189, bester Luftwiderstandsbeiwert eines Serienfahrzeugs!) aber keinesfalls beengt.

Leichtbau ist neben dem optimierten Luftwiderstand ein weiterer Baustein zu einem Werksverbrauch von 0,9 l Dieselöl/100 km (21 g CO 2/km). Leicht sollten auch die Passagiere des 795 kg schweren XL1 sein. Die maximale Zuladung beträgt nur 175 kg. Mit meinen -räusper -95 kg bleiben für den großgewachsen deutschen Techniker gerade 80 kg übrig Die 120 l Stauvolumen des Kofferraums lassen wir lieber ungenützt.

Problemloses Plug-in-Hybrid-System

Im Fahrbetrieb zeigt sich der Technologieträger problemlos. Feldhusen erklärt das Plug-in-Hybridsystem des XL1: "Dieses besteht aus einem Zweizylinder-TDI-Motor mit 35 kW/48 PS, einem Elektro-Aggregat mit 20 kW, dem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe und der Lithium-Ionen-Batterie." Durch den Verzicht auf Dämmung im Innenraum kann man der Mechanik gut bei der Arbeit zuhören. Im Rücken der Insassen ist das kleine TDI-Triebwerk akustisch präsent, auch die Keramikbremsen sind bei ihrer Verzögerungsleistung eindeutig vernehmbar.

Ordentliche Fahrleistungen

Keinerlei Grund zu Verzicht geben die Fahrleistungen: Der XL1 erreicht eine Bauartgeschwindigkeit von 160 km/h und lässt sich aus dem Stand in 12,7 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen.

Für eine genormte Verbrauchsfahrt war unsere Annäherung an das 1-Liter-Auto zu kurz. Die Werte für den Durchschnittsverbrauch blieben aber immer unter 2,0 l/100 km. Auch rein elektrische -und daher lokal emissionsfreie- Etappen waren in und um Wolfsburg dabei.

Positives Resümee

Fazit: Erste Kilometer mit dem XL1 machen Lust auf mehr -so kann die automobile Zukunft ruhig kommen. Feldhusen wechselt inzwischen in sein Privatauto. Der Techniker ist begeisterter Fahrer eines 3-Liter-Lupo TDI und bereitsüber viele Jahre mit dem Normverbrauch dieses älteren Spritspar-Pioniers unterwegs.











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