Ausgabe
09
2013




Autonomes Fahren: Chance und Gefahr

Prof. Dipl.-Ing. Dr. Bernhard Geringer ist Dekan der Fakultät für Maschinenwesen und Betriebswissenschaften an der TU Wien. Er gilt international als einer der renommiertesten Experten für Fahrzeug-und Motorentechnik.

Selbststeuernde und -regelnde Fahrzeugteilsysteme -ob für Motor, Getriebe oder Fahrwerk - sind heute Alltag. Das selbststeuernde Fahrzeug, also der in seiner primären Funktion des Lenkers teilweise entmündigte Fahrer, werden immer mehr zum Focus der Entwicklungen, aber auch der Sorgen und Furcht von Legislative und des fahraktiven Fahrers. Wird man künftig nur mehr Mitfahrer seines fahrbaren Untersatzes sein?

Ausschalten der Schwachstelle Mensch

Es steht außer Diskussion, die "Schwachstelle" für Unfälle und nicht optimalen Fahrens ist der Mensch. Das Gros der Ursachen von Verkehrsunfällen ist menschliches Versagen. Mit der Vermeidung dieses Mankos würde auf einen Schlag die Verkehrssicherheit steigen. Was liegt also näher, als diese Schwachstelle auszuschalten. Dafür muss die Oberhoheit über das Lenken eines Kfz weg vom Menschen, hin zu einem automatisierten und objektiven sowie sehr schnell agierenden Maschinengehirn übergeben werden. Der Roboter Fahrzeug oder besser die elektronische Steuereinheit -der Autopilot im Kfz -muss aber dafür entwickelt und erprobt sein, um dies machen zu können.

Assistenzsysteme als Entlastung

Nun liebe Leser: Soweit ist man heute noch lange nicht und diesen Zustand will auch wirklich niemand. Aber ein intelligentes und schnelles Hilfssystem, das den Fahrer -aber nur, wenn er will - unterstützt und gegebenenfalls auch Teilfunktionen übernimmt, macht aber sehr wohl Sinn. Auch ist dieses Szenario kein Wunschdenken mehr. Viele Hilfssysteme (zumeist Assistenzsysteme genannt) können bereits bei neuen Fahrzeugmodellen bestellt werden. Sei dies der intelligente Tempomat (der selbstständig den Abstand zum Vordermann hält), der Spurführassistent (um unerwünschte Spurwechsel anzuzeigen) bis hin zum einfachen Parkassistent. Dies alles sind Funktionen, die in keiner Weise dem Fahrer die Herrschaft über die Hoheit abnehmen, ihn aber entlasten, wenn er will, und wegschalten ist immermöglich.

Vollautomatisierte Prototypen

Der Kern der weiteren Diskussionen aber auch des möglichen Segens solcher autonomer Führungssysteme sind jedoch das automatische Notbremsen (bis zum Fahrzeugstillstand), das automatische Lenken (etwa bei ermüdendem Kolonnefahren auf der Autobahn) oder das selbstständige Einparken in einem Parkhaus (das Fahrzeug wird nur mehr abgegeben). Letztere Systeme wurden bereits in Prototypen erfolgreich getestet, ja sogar wirklich selbstfahrende Autos werden in den USA auf öffentlichen Straßen erprobt. Die Begleitperson ist nur mehr zur Überwachung für unerwartete Notfälle an Bord. Die Vorteile der Automatisierung liegen auf der Hand: Eine funktionierende Maschine kann schneller, mit weniger Fehlern und ohne Unterbrechungen (ermüdet nicht) ihre Aufgabe erfüllen. Wenn an Bord genügend künstliche Sensoren angebracht sind, können daraus schnell der Sicherheit dienliche Aktionen wie Notbremsung, Ausweichen oder Beschleunigen gesetzt werden.

Eine Frage der Haftung

Die Herausforderung dabei ist die gesetzliche Haftung. Wer verantwortet nun solche autonomen Fahrzeugführungen? Der Hersteller, der Fahrer, der übergibt, aber nicht von der finalen Verantwortung entbunden ist oder wer sonst? Dies wird -neben der Weiterentwicklung solcher Systeme -die Kernaufgabe sein. Moderne Sensorund Verarbeitungssysteme, gepaart mit immer leistungsfähigerer und kostengünstiger Elektronik, ermöglichen bereits heute das teil-oder sogar vollautonome Fahren. Dadurch können Verkehrssicherheit, Komfort und Akzeptanz des Individualverkehrs enorm profitieren. Also ein Segen für die Menschheit. Da kein System, auch nicht die Elektronik und Sensorik, fehlerfrei ist, müssen Verantwortlichkeiten und Backup-Vorgänge in der Gesellschaft diskutiert und gelöst werden. Nur so können diese Möglichkeiten genutzt werden. Viel ist schon heute möglich oder sogar käuflich, die wirklich großen Schritte kommen aber mit dem autonomen Lenken und Beschleunigen.











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