Ausgabe
01
2012




Die privatenÖffis kommen!

Mit der Daimler-Tochter "car2go" wächst der Carsharing-Bestand in Wien deutlich. Ab sofort können 500 smart fortwo flexibel wie nie im Stadtgebiet der Bundeshauptstadt bewegt werden. Mit einem eigenen Angebot nimmt man auch Firmenkunden ins Visier.

Gerade in Großstädten wie Wien wird das eigene Auto immer mehr Menschen vermiest, wie die Erhöhung der Parkgebühren oder die Ankündigung großflächiger Tempo-30-Zonen deutlich machen. Alternativen gibt es zwar schon lange, doch viele Wege sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur mühsam zu bewerkstelligen, längere Taxifahrten gehen gehörig ins Geld - und für unternehmerische Mobilitätsansprüche kommt derlei ohnehin nicht in Frage.

Die Zeit ist also reif für neue Verkehrskonzepte, die mehr auf die individuellen Bedürfnisse eingehen. Das Stichwort "Carsharing" ist bereits seit geraumer Zeit in aller Munde, einer der Vorreiter war Denzel Mobility mit über 50 Standorten. Ein ähnliches Konzept verfolgt EasyMotion, wenngleich hier die Ähnlichkeiten zu einem klassischen Autovermieter größer sind. Man kann sich smart oder Mini auch stundenweise ausborgen, was die Flexibilität natürlich erhöht. All diese Varianten haben aber eines gemeinsam, am Ende der Leihdauer muss das Auto entweder an den Ausgangspunkt oder an eine Niederlassung des Vermieters zurückgebracht werden.

"Einsteigen und losfahren"

Genau da setzt Newcomer "car2go" an, der für ordentlich frischen Wind im Carsharing-System der Bundeshauptstadt sorgt; car2go ist ein Tochterunternehmen von Daimler, daher überrascht es auch wenig, dass hier Fahrzeuge von smart zum Einsatz kommen. 2009 erfolgte der Startschuss im deutschen Ulm, seit 2010 gibt es auch eine Zweigstelle in Austin (USA), 2011 kamen Hamburg und das kanadische Vancouver hinzu. Seit Dezember 2011 ist car2go auch in Wien vertreten. Dass das Ganze mehr als nur ein Pilotprojekt ist, zeigen nicht nur die 50.000 Kunden, die in den genannten Städten über 1.000 Fahrzeuge nutzen, sondern auch die Tatsache, dassWien mit über 500 smarts die größte Flotte vorweisen kann. Doch was unterscheidet car2go von anderen Carsharing-Projekten? Der gravierendste Unterschied ist ohne Zweifel das flexiblere Mietsystem, wie car2go-Geschäftsführer Robert Henrich erklärt: "Bei car2go kann man einfach einsteigen und losfahren. Unsere Kunden haben die Möglichkeit, ein Fahrzeug spontan zu mieten -ohne vorherige Reservierung oder Festlegung des Rückgabezeitpunktes. Sie können das Fahrzeug sogar einfach an ihrem Zielort abstellen und müssen es nicht zum Ausgangspunkt zurückbringen."

Völlig neue Flexibilität

Es gibt also keine fixen Verleih-Stationen, die Autos sind in der Wiener Innenstadt und dicht besiedelten Außenbezirken auf einer Fläche von 80 Quadratkilometern ständig im Einsatz. Um die car2go-Flotte nutzen zu können, muss man sich zunächst auf www.car2go.com registrieren. Gegen eine einmalige Gebühr von 9,90 Euro bekommt man dann seine Member Card, die zugleich Schlüssel für das Öffnen der Fahrzeuge ist. Dort meldet man sich am Touchscreen an und schon kann die Fahrt losgehen. Grundsätzlich gibt es drei Tarife: Der Minutenpreis liegt bei 0,29 Euro, die Stunde kostet 12,90 Euro, die Tagesmiete kommt auf 39 Euro. Im Gegensatz zu klassischen Mietautos sind hier bereits alle Kosten inkludiert, für den Sprit ebenso wie für die Versicherung (500 Euro Selbstbehalt), Wartung sowie die anfallenden Parkgebühren. Apropos Parken: Wer das Fahrzeug zum Beispiel während eines Einkaufs nicht bewegt, die Miete aber nicht unterbrechen möchte, der bezahlt in diesem Fall 0,09 Euro pro Minute oder 5,40 Euro in der Stunde. Darüber hinaus fallen Kosten für Stornierungen, Verlust des Schlüssels sowie der Bearbeitung von Verkehrsstrafen an, die klarerweise an den Mieter weitergegeben werden. Ebenfalls kostenpflichtig wird es, wenn das Fahrzeug stark verschmutzt ist. Sollte der Tank bei derAnmietung auf Reserve stehen, kann man ihn mittels Tankkarte wieder auffüllen und erhält für den Aufwand eine Zeitgutschrift.

Suche per Smartphone

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie man zum nächstgelegenen car2go-smart kommt. Wenig überraschend ist der einfachste Weg neben der car2go-Website das Smartphone. Nach dem Download der dementsprechenden App sieht man auf einen Blick alle verfügbaren Fahrzeuge in der Nähe seines Standortes. Klickt man auf dieIcons, bekommt man zudem Infos zum Reinigungszustand innen und außen sowie zum Tankinhalt.

Hat man "sein" Auto gefunden, kann man es mit einer Vorlaufzeit von 15 Minuten reservieren oder auch spontan im Vorbeigehen anmieten. Dabei muss man nicht festlegen, wie lange man das Fahrzeug nutzen möchte. Das Auto kann jederzeit innerhalb des vordefinierten Mietgebietes geparkt werden, die Mietdauer ist dann sofort zu Ende. Ein eigenes Team sorgt dafür, dass die Autos gereinigt, betankt und gewartet werden. Die Servicearbeiten werden bei smartNiederlassungen durchgeführt.

Eigenes Angebot für Firmenfuhrparks

Auch Firmenkunden können das car2go-Angebot nutzen. Mittels eines speziellen Firmenaccounts kann der sogenannte "Fahrer-Manager" Mitarbeiter registrieren und Einblick in die Fahrtenübersicht nehmen. Vor allem für jene Mitarbeiter, die nicht permanent auf ein Auto angewiesen sind, sondern vereinzelte Fahrten unternehmen müssen, können sich die im Verhältnis zu einem Firmenwagen niedrigeren Kosten rechnen. Fixkosten gibt"s bei car2go keine, der administrative Aufwand fällt gering aus.

Teilen statt besitzen

Wiens grüne Verkehrsstadträtin und Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou plant eine zentrale Anlauf-und Koordinierungs-Stelle, um künftig noch mehr Carsharing-Anbietern den Einstieg zu erleichtern. Ob diese Rechnung aufgeht?

car2go zeigt sich wenige Wochen nach dem Start in Wien jedenfalls zufrieden, mehrere hundert Interessenten hätten sich bereits registriert. Drei Viertel der Kunden würden die Autos spontan ohne Reservierung mieten, die Quote der Einwegfahrten soll mit 90 Prozent ähnlich hoch sein wie in anderen Städten.











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