Ausgabe
01
2012




Möge die bessere Technik gewinnen!

Prof. Dipl.-Ing. Dr. Bernhard Geringer ist Dekan der Fakultät für Maschinenwesen und Betriebswissenschaften an der TU Wien. Er gilt international als einer der renommiertesten Experten für Fahrzeug-und Motorentechnik.

Die Feinstaubdiskussion hat es wieder gezeigt: Häufig wird dem Auto die Schuld an den Umwelt-und Klimaproblemen gegeben. Doch das ist nicht die ganze Wahrheit. Nur ein Bruchteil der CO 2 - und Partikelemissionen entsteht durch den automobilen Personenverkehr. Trotzdem versucht die Politik gerade beim Individualverkehr den Hebel anzusetzen. Ob nun angedachte Fahrverbote oder die Förderung scheinbar umweltfreundlicher Technologien -die Politiker scheinen dem kurzfristigen Aktionismus verpflichtet.

Kein Stein der Weisen

Die Alternativen zu den klassischen Verbrennungsmotoren haben, gerade für die mittlere und ferne Zukunft, trotzdem ihre Berechtigung. Jedoch ist besondere Vorsicht bei der Beurteilung der neuen Technologien geboten. So verursacht zum Beispiel das Elektroauto unmittelbar beim Betrieb keine Emissionen. Woher der Strom kommt und welche Umweltauswirkungen die Produktion und Entsorgung der Batterien hat, darf aber auf keinen Fall ausgeklammert werden. Es gilt also festzustellen, ob die alternativen Antriebe auch in einer Gesamtbetrachtung ("well to wheel") mit dem klassischen Verbrennungsmotor mithalten können. Vergleicht man E-Autos mit den aktuellsten Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor, zeigt sich, dass beim heutigen EU-Strom-Mix die CO 2 -Einsparung nur gering wäre. Solange der Strom nicht ausnahmslos aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind-, Sonnen-oder Wasserkraft kommt, ist die CO 2 -Bilanz der E-Autos zu hinterfragen.

Die seit langer Zeit geplanten und schon häufig angekündigten Wasserstofffahrzeuge stecken zurzeit in einer Sackgasse. Die Autohersteller haben die Technologien zwar weitestgehend zur Serienreife entwickelt, aber solange keine ausreichende Infrastruktur zur Verfügung steht, kann ein mit Wasserstoff betriebenes Brennstoffzellen-Fahrzeug nicht sinnvoll eingesetzt werden. Ganz abgesehen davon ist auch noch unklar, mit welchen treibhausgasneutralen Energien der Wasserstoff bereitgestellt werden soll.

Gesamtkosten entscheiden

Am Ende zählt, insbesondere für den Flotteneinsatz, das Preis/Leistungs-Verhältnis des Gesamtsystems. Derzeit übersteigen die Anschaffungskosten eines Elektroautos die Ausgaben für den Erwerb eines Fahrzeugs mit herkömmlichem Verbrennungsmotor um ein Vielfaches. Brennstoffzellen-betriebene Fahrzeuge sind noch nicht erhältlich und werden preislich nochmals deutlich über den E-Autos zu liegen kommen. Doch mit der beinahe uneingeschränkten Nutzbarkeit der klassischen Antriebe kann mittelfristig keine Alternative mithalten.

"Alt gegen neu"

Die Lösung des Problems ist sehr komplex, seine Behandlung benötigt Zeit und einen globalen Ansatz -nicht umsonst sprechen namhafte Konzernleiter von einer Jahrhundertaufgabe. Elektroautos zu unterstützen, aber gleichzeitig keine Infrastruktur zur Verfügung zu stellen, ist nicht der richtige Weg. DerÜbergang zu den neuen Antriebskonzepten kann nicht schlagartig erfolgen. Schritt für Schritt müssen Infrastruktur und Antriebstechnik weiterentwickelt und gemeinsam auf dem Markt eingeführt werden. Zumal der klassische Verbrennungsmotor punkto Effizienz, gerade durch den Einsatz regenerativer Kraftstoffe der künftigen zweiten Generation, immer mehr aufholt.

Fazit: Ein spannender Wettbewerb "Alt" gegen "Neu": Das bessere System wird letztlich vorne sein.











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